ALLE ARTIKEL, ALLTAGSPROBLEMCHEN, PERSPEKTIVEN
Schreibe einen Kommentar

Tierfriedhof Dortmund

Martin Struck ist Geschäftsführer der Tierbegräbnisse Dortmund und der Friedhofsgärtner Dortmund eG.

Martin Struck ist Geschäftsführer der Tierbegräbnisse Dortmund und der Friedhofsgärtner Dortmund eG.

Ich war heute bei der Genossenschaft für Friedhofsgärtner Dortmund, dem Dachverband für Menschen als auch Tierbestattungen – und Pflege. Im Vorhinein hatte ich mit dem Hauptverantwortlichen für die Friedhofsgaertner Dortmund e.V., namentlich Martin Struck, kommuniziert, dass der Besuch sich auf den Tierfriedhof konzentrieren solle.

Auch an einem frostigen Januarmorgen war der Weg nicht zu weit, um eine Fahrt vom Hauptbüro auf dem Gottesacker, in der Nähe der Rennbahn und der Stadtkrone zu dem circa, eine Hand voll Minuten entfernten Tierfriedhof zu unternehmen. Ein Volkswagen, Kombi in gruen mit Werbeaufdruck.

Nach einem Einführungsgespräch, während der Fahrt, in dem Martin Struck verriet, dass es den Tierfriedhof seit circa acht Jahren gäbe. Darüber hinaus die Informationen, dass es neben der Erdbestattung klassisch auch Einäscherungen, im Fachjargon Krematierungen, zur  Elektion gäbe. Bei der zweiten Variante werde ebenfalls unterschieden, zwischen Einzel- und Massenkrematierung und man habe die Möglichkeit die Asche mit nach Hause zu nehmen. Die Fahrten rund um das Tiere wären ein weiterer Service, der durchaus uebernommen werden könne.

Zu den Gräbern. Wie sich bei näherer Betrachtung herausstellte waren im Zentrum meist Hunde und Katzen begraben, waehrend sich Hamster, Mäuse und Vögel mehr am Rand lokalisierten. Preislich mache das einen Unterschied. Zunächst bestimme die Grablegung eine Rolle – ob Erde oder Feuer. Dann käme die Größe des Tieres hinzu und am Ende sei bei all den Kalkulationen, ob nun kleiner Vogel oder großer Säuger hervorgehoben, dass der Taschengeldtarif fuer Kinder ein Extraangebot darstellte. Hier hätten vor allem junge Menschen die Möglichkeit ihre Haustiere zu preisgünstigen Konditionen begraben zu können. Pflege koste extra – im preislichen Rahmen.

Weg von den Preisen, zurueck zu den Gräbern – waren sowohl schlicht beblumte Flächen, als auch reich verzierte Gräber zu betrachten. Engelstatuen besonders, Kerzen und Steine. Jedes Grab, in der Kälte besonders, gab ein wenig Wärme, in der doch vom Tod beschatteten Umgebung.

Besonders waren die Kooperationen, die der Tierfriedhof sowohl mit Schulen als auch Tierschutzvereinen einging. Besonders hervorgehoben war hier der Insektenfriedhof, der mit der Europaschule in Zusammenarbeit entstanden sei und das Insektenhotel, Abbildung links, mit der Bärenbande. Hier hatten belangreich junge Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, sich mit dem Tod allgemein auseinanderzusetzen und Bienen, Hummeln oder Fliegen beizusetzen. An wärmeren Tagen seien Schafe auf der benachbarten Wiese.

Als bitteren Nachgeschmack zum Ende, um den Ernst Tod hervorzuheben, seien selbst an Feiertagen Sterbefälle zu verzeichnen. Und dann tropfte auch der nahezu letzte Tautropfen von dem Wildapfelbaum in der annähernd genauen Mitte des Friedhofs, das Auto starte und ich schrieb meine letzten, weniger allerletzten Aufzeichnungen, Notizen.

Das Interview Martin Struck ; eine kurze Tonzusammenfassung als Epilog.

Yup schrieb.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.