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sport die zweite – schlagen und treten

Nachdem ich also in meine pinke Sporthose und mein schwarzes Top (natürlich alles aufeinander abgestimmt) geschlüpft bin, habe ich nur noch eben Zeit, ein bisschen Wasser abzuzapfen und dann muss ich mich auch schon aufmachen, in Richtung Kursraum. Na toll, denke ich, als ich die gefühlten 500 Menschen auf 20 m2 sehe. Egal, Hauptsache, letzte Reihe!

„Hallo zusammen. Ich bin Kevin und wir machen alles einfach so wie immer“, stellt sich der Trainer vor. Etwas verzweifelt schaue ich in die kampfentschlossenen Gesichter der anderen. Wie immer?! Viel Zeit zum nachdenken bleibt allerdings nicht – es wird direkt wild rumgehüpft. „Puls“ nennt sich das in der Body-Combat-Sprache, um die man in diesem Kurs mal so gar nicht rumkommt. Kevin wirft in den nächsten 55 Minuten mit Begriffen wie „Jack!“, „Cross!“, „Upper Cut!“, „Scissor!“, „Knee!“, „Running Man!“, „Hook!“ und vielen anderen um sich, die man so schnell wohl nicht wieder vergessen wird. Ich mache in dieser Zeit einfach folgendes: Kopf ausschalten und versuchen, nicht allzu oft in die falschen Richtung zu „jumpen“ bzw. die Mitsportler in meiner Umgebung weder zu treten, noch zu schlagen. Der positive Nebeneffekt dabei ist, dass die knappe Stunde unheimlich schnell vergeht und ich nur am Rande wahrnehme, dass ich aussehe wie eine geplatzte Tomate, der ihr kompletter Wasserhaushalt in Form eines Schweißausbruchs der übleren Art entweicht. Dem Versprechen, eine „motivierende Choreografie“ zu präsentieren, wird der Kurs also allemal gerecht. Am Ende überzeugt uns Kevin (dessen T-Shirt blöderweise keinerlei sportliche Eskalation aufweist), mit ihm „ein paar“ Liegestütze zu machen und ich denke mir: Schlimmer geht eh nicht mehr! Naja, falsch gedacht, nach drei Wiederholungen liege ich bäuchlings auf meiner Matte und meine Arme machen nicht den Anschein, mich jemals wieder nach oben stemmen zu wollen. Völlig fertig, aber irgendwie auch zufrieden, verlasse ich den saunamäßigen Kursraum und komme langsam wieder zu Kräften.

Mein Fazit des Tages lautet: auf jeden Fall wieder! Klar, auf dem Sofa zu liegen und Asi-Tv zu gucken ist deutlich entspannter, aber dieser Kurs dafür umso zufriedenstellender. Durch die schnellen Übungen hintereinander hat man gar nicht viel Zeit, auch nur einen Gedanken an die Anstrengung zu verschwenden und kommt somit auch gar nicht auf die Idee, die ganze Sache abzubrechen. Wenn man dann irgendwann auch den Körpereinsatz drauf hat und nicht mehr unkontrolliert die Fäuste in die Luft reckt, könnte das ganze eigentlich ziemlich cool sein und vielleicht sogar Spaß machen.

Das Workout der Fitnesskette „Les Mills“ gibt es in ganz vielen Studios in Deutschland. Die neuseeländischen Fitnesscenter des gleichnamigen Olympiateilnehmers haben verschiedene – und vor allem anstrengende – Kurse entwickelt, die sie an andere Fitnessunternehmen „verkaufen“; sie also alle drei Monaten mit neuer Musik und dazugehörigen Übungen versorgen bzw. die Trainer zu „Instructors“ ausbilden. In meinem Studio werden zwei weitere Kurse dieser Kette angeboten: „Body Pump“ (Langhanteltraining) und „Body Balance“ (Yoga-, Tai Chi- und Piltaes-Workout). Wer weiß, vielleicht probiere ich ja bald auch eines dieser Workouts aus!

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