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nachtfrequenz12 – keine nacht der jugendkultur

nachtfrequenz12 – es sollte die lange nacht der jugendkultur werden, doch  es war weder lang, noch eine nacht der  jugendkultur.

Letztes Wochenende habe ich bei der nachtfrequenz12 im Dortmunder U geholfen und auch nach einer Woche beschäftigt mich immer noch die Frage, warum so gut wie niemand teilgenommen hat.

Die nachtfrequenz entstand in dem Rahmen von RUHR.2010, um ein Programm von Jugendlichen (als Planer) für Jugendliche (als Besucher), zu veranstalten. Allen Jugendlichen soll hier die Möglichkeit gegeben werden, sich mit Musik, Tanz, Kunst oder Theater, zu beschäftigen. Seit ihrer ersten Auflage im Ruhrgebiet feiert die nachtfrequenz  großen Erfolg, dieses Jahr nahmen 38 Städte in NRW teil.

Auch im Dortmunder U fanden dieses Jahr drei interessante Angebote zur nachtfrequenz12 statt, sie erzeugten aber keine Resonanz bei den Jugendlichen. Wieso? Neben dem Besuch der phono/graph  Ausstellung, hätte man bei die ,,Augen der Stadt‘‘ mit Webcams arbeiten, oder sich im Kino im U ,,Großes Kino für kleine Filme“ anschauen können.

An den Kosten kann es nicht gelegen haben, weil das Programm der nachtfrequenz kostenlos war. Auch das Filmprogramm u.a. war  ansprechend, wie sich durch die vielen Besucher der Museumsnacht bestätigte, z.B. ist da der englische Film ,,They say“, zu erwähnen. Vielleicht lag es ja daran, dass die Museumsnacht und die nachtfrequenz parallel liefen und die nachtfrequenz so unterging?

Jedoch bestand schon bei den Vorbereitungen zur nachtfrequenz wenig Bereitschaft bei den Jugendlichen eigene Kurzfilme im Kino im U vorzustellen, dieses Angebot wurde leider erst gegen Ende zögerlich angenommen. Laut den Schulen bekunden Jugendliche dort oft ihr Interesse an Medien wie z.B. Filmen, und ist es dann nicht ein tolles Angebot seinen Film möglicherweise in einem Kino, zu zeigen oder der Star von Webcamaufnahmen, zu werden? Haben die Jugendlichen wirklich kein Interesse, schrecken Kultur und Bildung manche ab oder wurden sie nicht erreicht?
Im Dietrich- Keuning- Haus und BoGi´s Café fanden andererseits gut besuchte Konzerte statt und im Jugendzentrum Trafo Graffiti-Kunst zum Thema Star Wars. Was lief hier anders?

Hinter Programmen wie der nachtfrequenz steckt immer der Auftrag der Kulturellen Bildung und das ist auch wichtig und richtig so. Es sollten aber nicht einfach Programme von oben gesetzt werden, ohne auf die Jugendlichen und ihre Interessen einzugehen.  Denn das Motto der nachtfrequenz ,,für, von und mit jugendlichen!“ wurde hier im U auf jeden Fall nicht umgesetzt. Die Programmideen stammten nicht  von Jugendlichen. Schaut man sich die Projekte, die in den Medien am meisten Aufmerksamkeit erhalten haben, an, liest man von Bands, Motto Partys oder Workshops, welche von Jugendlichen selbst gemacht wurden. Woran die geringe Teilnahme lag, kann ich nicht sagen, ich fand das Programm gut und frage mich jetzt, wo man die Jugendlichen nun wirklich erreicht. Ich kann nur vorschlagen: Eine größere Teilnahme wäre vielleicht erreichbar, wenn Jugendliche mit der Planung beauftragt werden und ihre eigenen Netzwerke  bedienen würden, weil sie ihre Ideen präsentieren wollen.

Bildungsprojekte sollten nicht einfach veranstaltet werden, ohne auf  Jugendliche und ihre Interessen einzugehen, weil es vielleicht als Pflicht erscheint, oder eine gute Darstellung in der Öffentlichkeit gewährt. Sie sollten auf die Jugendlichen eingehen, um ihnen Kultur und Bildung auch wirklich, zu vermitteln.                      

Und zuletzt, wie will man Jugendkultur ohne die Beteiligung von Jugendlichen darstellen?

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