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Herzlich willkommen auf der Young Stars 2012!

Sooo…Umfrage! Wer von euch kennt den Kulturrucksack NRW? An diejenigen von euch, denen das gar nichts sagt, wollt ihr ihn kennen lernen? Ich würde jetzt mal pauschal behaupten, mindestens 2/3 von euch haben „Nein“ gesagt. Kann ich persönlich voll verstehen, der Name ist auch wirklich nicht sehr ansprechend. Leider. Denn was sich dahinter verbirgt ist nicht nur interessant, sondern hat auf jeden Fall das Potential bundesweit berühmt zu werden. Die Idee dahinter: Kindern und Jugendlichen zwischen 10 und 14 Jahren Kultur näher zu bringen und zwar möglichst günstig, wenn nicht sogar kostenlos, damit auch wirklich jeder mitmachen kann! Dafür schüttet das Land NRW jedes Jahr ca. 3 Mio. Euro aus seinem Sparstrumpf und verteilt es großzügig an die teilnehmenden Kommunen. Und natürlich macht auch Dortmund mit! Als eine der ersten teilnehmenden Kommunen gingen wir Pioniere 2012 mit viel Tamtam an den Start. Seitdem heißt es kulturelle Projekte für Kinder und Jugendliche auf die Beine zustellen.

Gar nicht so leicht, denn wo bitte findet man so viele Kinder in dem Alter, die von sich aus sagen „Heeeey! Kultur ist was Tolles, ich mach mit!“? Da kann man Flyer verteilen wie man will und noch so schöne auffällige Plakate drucken lassen, von alleine kommen die wenigsten Kinder darauf freiwillig mitzumachen. Man muss also Kontakt zu den Eltern aufbauen, aber was ist, wenn diese nicht sonderlich engagiert sind was kulturelle Bildung betrifft? Und schon steckt man, wie so oft, im altbekannten Teufelskreis.

In diesem steckte auch die Young Stars, die erste Kinder-und Jugendkulturbörse, die am 11./12.10. kostenlos im Dietrich-Keuning-Haus stattgefunden hat. Trotz umfangreichem Workshopprogramm, viel Presse, sogar das WDR hat darüber berichtet, und ganzen 10.000 verteilten Flyern, blieben die unbeherrschbaren Massen an kulturneugierigen Kindern aus. Und denen die jetzt von irgendeiner Seite den Gedanke äußern, die Workshops wären doch bestimmt von hochgestochenen Künstlern geleitet worden, die ausschließlich unter Berieselung von klassischer Musik kreativ werden können, kann ich nur sagen „Ha! Falsch gedacht!“. Denn hier wurde Jugendkultur gemacht! Von Rappen, Beatboxen und afrikanischem Trommeln, über Tanztheater, Skaten und Fotografie, bis hin zum Zaubern, Graffiti sprayen und Hip Hop tanzen gab’s hier wirklich alles! Und geleitet wurden diese Workshops auch nicht von alteingesessen, konservativen Künstlern, sondern von jungen, interessanten Könnern des jeweiligen Gebietes.

Zauberkünstler Marco Weißenberg

Das Zaubern haben die Kids übrigens von unserem jüngsten Workshopleiter Marco Weißenberg gezeigt bekommen. Mit 19 Jahren, ist er gerade mal ein Jahr älter als ich und sogar zwei Jahre jünger als Kevin von und zu Nordstadt, der ebenfalls verblüfft aus der Wäsche schaute, als der weggeworfene Ring in einer mindestens fünf Mal eingepackten Schachtel wieder auftauchte! Sein Können und seine Show waren, im wahrsten Sinne des Wortes, unglaublich faszinierend. „Ich zaubere seit 8 Jahren. Ich wollte dabei nie ein Stereotyp der Zauberei sein, sondern wollte das Ganze moderner machen. Ich trage also absichtlich keinen Zauberumhang oder so was.“ Ich muss gestehen vor 11 Jahren hab ich das gemacht, was jedes Mädchen in dem Alter so gemacht hat –  ich bin geritten und habe in einem schicken rosa Tutu Ballett getanzt. Beides habe ich dann, wie fast jedes Mädchen in meinem Alter, einige Jahre später aufgegeben. Also ein Hoch auf das Durchhaltevermögen von Marco und dass auch sein Zauberlehrling Timm, der im Übrigen schon fast genauso gut ist wie sein Lehrer, uns bald alle in seinen magischen Bann zieht.
Aber jetzt genug von Zauberei und den tollen Wortspielchen die man damit machen kann, denn auch unsere anderen Dozenten haben den Kids jede Menge beigebracht, wie zum Beispiel Kevin o`Neal. In seinem schneinbar nicht endenwollenden Workshop hat er sein Talent, das Beatboxen, gezeigt und gelehrt und  auch er kann mit seinen 20 Jahren auf 10 Jahre mundschlagzeugspielen zurückschauen, TV Total-Auftritt vor 5 Jahren eingeschlossen.

Tatjana und David (links) zeigen den Kids wie's geht

Und auch Tatjana und David die beiden wirklich ausgezeichneten Tänzer, und ich weiß wovon ich rede ich habe schließlich mal Ballett getanzt, wurden nicht müde vom Widerholen der eigenen Choreografie, bis auch wirklich jeder Workshopteilnehmer sie konnte, denn schließlich wurde diese abschließend auf der Bühne präsentiert und da will sich natürlich niemand blamieren.

Doch das Highlight der gesamten Kinder-und Jugendkulturbörse waren immer noch die Hiplife Breakers. Eine ghanaische Kombo, die mit Gesang, Tanz und Akrobatik die Zuschauer zum Mitmachen anfeuerten und anschließend von großen Kinderaugen um Autogramme gebeten wurden. Und ja, auch ich muss zugeben, dass ich nicht schlecht geguckt habe, als zwei wirklich schön durchtrainierte Tänzer einen Salto nach dem anderen machten.

Man kann also wirklich sagen, dass das Programm keinswegs langweilig war. Die Workshops haben alle verdammt viel Spaß gemacht und selbst ich habe an den beiden Tagen insgesamt 5 Workshops mitgemacht habe, obwohl ich dann doch ein wenig älter war als der Durchschnitt. Und das Ergebniss kann sich sehen lassen, denn mittlerweile kann ich nicht nur beatboxen, sondern habe auch das Rhythmusgefühl der afrikanischen Trommeln in mir und mit ein bisschen Übung kann ich auf dem Kindergeburtstag meiner Großcousine die Kurzen mit meiner eigenen Zaubershow begeistern. Jaha, das staunt ihr was? Aber wie kann man auch den Kindern und Jugendlichen zwischen 10 und 14 verklickern, dass die Young Stars eine einmalige Möglichkeit bietet Neues kennen zu lernen das sogar noch Spaß macht?

Um das zu klären, habe ich mich einfach mal kurz mit Marco, Tatjana, Kevin und einigen anderen Workshopleitern zusammen gesetzt und drauf los überlegt was man beim nächsten Mal besser machen könnte. Ein Vorschlag war dabei mehr Verbindlichkeit zu schaffen und in diesem Zusammenhang gezielt mit Schulen und Freizeitstätten zusammenzuarbeiten, damit die Young Stars nächstes Mal von ganzen Schulklassen oder Freizeitgruppen besucht wird. Außerdem könnte man noch mehr Werbung in Zeitungen, im Internet oder vor Ort in all den köstlich riechenden Bäckereien machen, oder sogar in Kooperation mit bekannten Unternehmen treten.

Also auf ein Neues, denn meiner Meinung nach war die Young Stars 2012 trotz allem ein voller Erfolg!

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