RAINY MONDAY
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Fortsetzungsgeschichte „Familienfluch“- Teil Dreizehn

THE INTRO!

Die Masken waren überall. Egal, wohin er sah, an jeder Wand hingen sie, starrten ihn an, mit unsichtbaren, gierigen Augen, den Mund zu einem leichten Lächeln verzogen. Hätte John Moonfire genug Kraft gehabt, um zu schreien, hätte er sie mühelos hinwegschreien können… genau wie früher, als der ganze Alptraum begann.

Mit aller Kraft versuchte er sich seine eigene Maske vom Gesicht zu ziehen, kratzte mit den Fingern über das glatte, weiße Gesicht, das nicht ihm gehörte… doch es ließ ihn nicht mehr los. Seine Gedanken rasten, er stolperte und stürzte. Jetzt waren sie direkt über ihm, als ob sie gleich ihre Messer ziehen würden und ihn niederstachen. „Du musst es tun, Junge.“ Sein Vater stand über ihn gebeugt, seine Augen leuchteten irre, und sein toter Körper war schon halb verwest, aus seinem Mund krabbelte eine Made… und dann wurde das Gesicht von Carl Moonfire ebenfalls zu einer hämischen Maske, weiß wie der Mond.

Und plötzlich lebte er wieder. Der Polizist auf dem Dach neben ihm hatte die Augen vor Entsetzen weit aufgerissen, die Pistole war noch immer auf John gerichtet. Sie wissen nicht, wer ich bin. Die Maske ist mein Schutzschild, niemand wird sie je durchbrechen, niemand wird je erfahren, wer ich wirklich bin. Das Wurfmesser fühlte sich vertraut in seiner Hand an, fast schon willkommen. Es traf den Polizisten genau im Herzen, und dieser stürzte wie ein Sack Mehl vom Dach. Auch John ließ sich vom Dach fallen, vollführte in der Luft eine Drehung und landete dann sicher auf beiden Beinen. Die Menge schrie auf, und einige Menschen flohen… doch das war jetzt egal. Die Jagd hatte begonnen.

„Erschießt ihn!“ rief eine Frau hysterisch, doch die Kugeln prallten an ihm ab und wirbelten durch die Luft, während die panischen Bürger der Stadt das Weite suchten. Wo ist das Motorrad?, dachte John, und suchte verzweifelt die Umgebung ab. Der Aufrüher benutzte immer ein glänzend schwarz-silbernes Motorrad, doch wo war es nur? Dieser verdammte Timothy Rayden, wegen ihm wird Michael noch sterben… Timothy Rayden hatte Michael erpresst und dessen Vater von der Graysson-Bridge gestoßen, weswegen John fälschlicherweise daran gedacht hatte, dass womöglich Mary ihren Mann ermordet hatte- Es war allgemein bekannt, das Timothy seine Frau zusammengeschlagen hatte-, und seine drei Söhne waren ebenfalls in Johns Fadenkreuz geraten. Nun, George war ein ehrbarer Mann, ehrlich und gut und mit einem Mitgefühl wie kein anderer in der Stadt. Michael konnte wahrlich nichts dafür, dass sein älterer Bruder ihn beeinflusste und ihm drohte. Timothy Rayden JUNIOR, verbesserte sich John, während er in eine Seitengasse lief und eins mit den Schatten der Stillen Stadt wurde.

Zumindest, bis ihn die Scheinwerfer des Motorrads erfassten.

Für einen Moment war John Moonfire unfähig, sich zu bewegen, als schließlich die Stimme Timothy Rayden Jr.’s erklang. „Verschwinde, Maskenträger!“ Ganz ruhig, er kann nicht wissen, wer du bist. Der John Moonfire, den er kennt, liegt im Garten deiner früheren Heimatvilla tief unter der Erde. In alter Gewohnheit zog er sein Messer, seine Pistole lag in der anderen Hand. Nicht das Gewehr nehmen, rief er sich in Erinnerung. Er holte aus…

…als ihn das Motorrad des Mannes zu Boden schleuderte. Für einen langen Moment konnte John nicht atmen, er spürte das Blut aus einer Wunde am Kopf hinunterlaufen. Die Wunde verheilte schnell, doch als er wieder auf sicheren Beinen stand, war das Motorrad verschwunden. „Verdammt!“ rief John aus, dann erklamm er das nächstbeste Hausdach. Aus dem Schatten heraus betrachteten ihn die Masken, mit schwarzen, leeren Augen und einem leichten Lächeln auf den Lippen. „Du weißt genau, wo er hingefahren ist, mein Sohn“, sagte sein Vater, von wo auch immer er gestorben war.

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