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FAMILIENTAG & JOHN CAGE

Am gestrigen Tag, am ersten Sonntag des Monats, des Jahres und zudem – wenn ich schreiben darf am Tag der heiligen drei Koenige fand im Dortmunder U der so genannte Familien-Sonntag, mit Programm fuer Jung und Alt statt. Besonders war hier zu erwaehnen, dass die Ausstellung ‚Sounds like Silence‘, eine Hommage zum hundersten Geburtstag das amerikanischen Westcoast-Audio-Kuenstlers John Cage den letzten Tag zelebrierte. Neben der Ausstellung im dritten Geschoss war im U und, betont, um das U herum,  aber dazu spaeter mehr, Programm. Angefangen im Erdgeschoss wurde man von einem Damenpaar und Heliumluftballons in Empfang genommen. Beim Eintreten in das Erdgeschoss befand sich das schwarzbesesselte Kino im Dortmunder U, waehrend man sowohl mit einem der Fahrstuehle, als auch mit der Rolltreppe oder manuell ueber das Treppenhaus die Moeglichkeit hatte eines der sechs Obergeschosse (waehrend die ersten drei Ebenen interessanter waren) zu besuchen: Im ersten Obergeschoss war eine Ausstellung der Technischen Universitaet Dortmund zur Architektur von Tuergriffen. Im zweiten Stockwerk befand sich das Team des Onlineportals Around U,  fuer  das ich schrieb und lockte,  betont mit einer offenen Redaktionssitzung. Den Weg weiter nach oben befand sich im dritten Stockwerk die Ausstellungsflaeche des Hartware Medien Kultur Verein, dem HMKV. Besonders waren, wie bereits beim letzten Mal die Fuehrungen mit der Taube Udo, speziell an unsere jungen Gaeste gerichtet. Das war mehr eine Handpuppe, die aussah wie ein Vogel, aber weniger piepte. Das zum Haus und Programm allgemein.

Zurueck zur Redaktionssitzung, die sich, wie beim letzten Mal offen im, wie geschrieben zweiten Obergeschoss  praesentierte, wo es auch Workshops fuer Jung und Alt gab. Eine Hand voll Redakteure zeigte sich auf einer schwarzen Couchgarnitur, die sich meist mit einem Macbook bewaffnet, dort praesentierten. Darunter auch unser Onlinereporter Yup, der sich auf Erkundungstour durch das Gebauede/Haus begab und sich dazu entschied von der Ausstellung im dritten Obergeschoss ‚Sounds like Silence‘ zu berichten. Die Ausstellung war, wie in der Einleitung geschrieben, eine Hommage an den Kuenstler John Cage, der mit Audio und Soundstudien seine Kunst machte. Neben allgemeinen Informationen zu den Klaengen und Kuensten des Geraeuschs, waren Werke des Kuenstler praesentiert und die von Kuenstler die sich mit seinen Werken, denen von John Cage beschaeftigten als auch, unerwartet Mitmachaktionen, angefangen bei Kopfhoerern und Klangkuben, hin zu weitreichenderen Ideen. Aber dazu spaeter mehr. Notenblaetter, Schallplatten als auch Videoinstallationen waren als Exponate zu sehen.

Ein Kreis in einem Raum und die Aufforderung auf einer grauen Tafel, frontal an der Wand: Um die Arbeit zu aktivieren, treten Sie bitte in den Kreis. Auf zwei Stuehlen saßen zwei von, wie ich spaeter erfuhr dreizehn Freiwilligen, die sich in der Ausstellung sonntags engagierten. Und da sprang auch schon eine der Personen, die  Dame auf (die andere Person war ein Herr), zog ihre Jacke an und bat mich gestikulierend ihr zu folgen. Ich war ueberrascht ueber das Verstummen und die Gestiken, die mich aufforderten zu Lesen, dass man sich circa zwanzig bis fuenfundvierzig Minuten an einer Mitmachaktion beteiligen koenne. Wie die Dame klar machte, duerfe man nicht sprechen und solle ihr – sie winkte  mit der Hand – einfach folgen. Ich wagte auch einen zweiten Schritt und war gespannt, wo der Weg uns hinfuehren mochte.

Vom dritten Obergeschoss ging es hinunter in das Erdgeschoss und dann – ich war beim Herausgehen ueberrascht – auf die kalte Straße. Die Dame winkte mich weiter und brach das Schweigen, nachdem ich mich erkundigte, wie die weitere Zeit verlaufe. Das Schweigen hatte den Sinn, eine Vertrauensbasis aufzubauen, waehrend ich, mit einer Kamera und einem Stift bewaffnet fotografierte und schrieb.

Es ging um einen Haeuserblock und dann weiter, am Dortmunder U vorbei, weiter zum Harenberg City Center. Dort stoppte die Dame, rollte zwei schwarze Sitzkissen aus und bat mich, mit Gestiken Platz zu nehmen. Das Schweigen solle – wie geschrieben – das Vetrauen aufbauen und eine Verbindung herstellen. Die Dame zueckte eine Stoppuhr und maß nahezu exakt vier Minuten und dreiunddreißig Sekunden, geteilt in –  sofern ich mich recht erinnere – vier Teile, um sich auf verschiedene Akustiken, Klaenge der Stadt, zu konzentrieren. Die Zeit war als Anlehnung zu der Arbeit des Kuenstlers, mit dem bekannten – zumindest in Insiderkreisen – Titel ‚Vierminuten dreiunddreißig‘ zu verstehen – als ich recht las und schrieb.

Als besonderer Gast, da ich nahezu den gesamten Verlauf, als moeglich beim Laufen dokumentierend fotografierte und schrieb, gewaehrte die Dame mir ein Interview. Exklusiv, extra fuer unsere Leser/innen und das selbstverstaendlich erst nach dem Stoppuhr-Stop. Hier die Audiodatei zum Reinhoeren.

Am Ende ging der Weg zurueck in das Dortmunder U, wo man, wie beim ersten Eintreffen mit Luftballons begrueßt wurde, um zurueck in das gewuenschte Obergeschoss zu fahren/laufen. Als besonderes Highlight, wie nahezu jeden ersten Sonntag im Monat, galten die, wie am Anfang bereits geschrieben, Fuehrungen mit der Taube Udo.

Beim Hinausschauen aus dem Fenster, neben dem Januar-grauen Himmel, stieg einer der rot-weißen Luftballons in den Himmel auf. Daran hing eine wohl selbstgemalte Postkarte und flog, wie die Redaktion evaluierte, irgendwo hin, wohlmoeglich nach China oder doch mehr in Richtung Amerika. Das Dortmunder U stand weiterhin in Dortmund, wie der Name schon sagte und verabschiedete sich, wie nahezu jeden Tag mit wechselnden Bildern der Bilderuhr. Yup schrieb.

 

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