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Zwei Bilder, vier Interpretationen – Von Schwänen und Störchen

Kennt ihr das –  ihr seid in einem Museum und wisst auf Anhieb nichts mit einem Bild anzufangen oder ihr musstet in der Schule ein Bild aus dem Bauch heraus analysieren, aber ihr wusstest leider nicht das Bäume symbolische Bedeutungen haben können und folglich wurde eure Interpretation von einem Caspar David Friedrich als falsch abgestempelt? Gleichzeitig wurde uns aber die subjektive Wahrnehmung nahelegt, nicht jeder hat einen Mops vor Augen, wenn er das Wort „Hund“ hört, wie wenn jemand sagt „ich finde“ kannst du nicht antworten „das stimmt nicht“. Trotzdem sind wir alle darauf getrimmt bei Kunstwerken – wie in der Mathematik – die einzig richtige Lösung zu suchen. Um die Lösung zu finden, wird nachgelesen oder an Führungen teilgenommen. Verliert sich dabei aber nicht tendenziell unsere eigene Kommunikation mit dem Bild. Besteht nicht durch die Suche nach der einen Lösung die Gefahr, dass wir eigene Erlebnisse und Perspektivität übersehen?

Kunstwerke sind Kommunikationsmittel. Sie enthalten Informationen, anhand dieser bezieht der Betrachter Mitteilungen. Kunstwerke produzieren aber nie die gleiche Mitteilung. Die Mitteilung setzt sich aus der Information und anderen Faktoren zusammen. Stand der Zeit und der Gesellschaft beeinflussen die Mitteilung und auch der Betrachter selbst, seine Erfahrungen. Geht er oft in Museen und kennt Verlgeichswerke? Kennt er den Künstler? Es gibt demnach keine richtige Lösung. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass jeder nur noch seine Sicht berücksichtigen muss. Es kann gerade spannend werden sich mit anderen auszutauschen, an Führungen teilzunehmen und zu lesen, was andere sagen. Der eigene Horizont wird erweitert und man kann verschiedene Perspektiven einnehmen, beobachten wie sich die eigene Sichtweise verändert.

http:prometheus-bildarchiv.de (Alexandra Munroe, Japanese Art after 1945, Scream against the Sky, Ausstellungskatalog, 1994.)

Sollte euer Interesse geweckt sein, lade ich euch hier ein an einem Quasi-Experiment teilzunehmen. Anhand von zwei Bildern, die sich aufeinander beziehen, werde ich mit euch unter vier verschiedenen Methoden = Perspektiven betrachten. Eure eigene Sicht kommt dabei nicht zu kurz. Für das Experiment widmen wir uns einem japanischen Künstler, dessen  Kunst sich bisher noch als offenes Forschungsfeld zeigt. Seine fotografischen Selbstportraits beinhalten Metamorphosen zu westlichen sowie weiblichen Schlüsselbildern. Wir greifen auf seine Fotografie zurück, die sich auf einen alten Hasen bezeiht: Marcel Duchamp. Die Doublonnage (Marcel)1988 nimmt im Gesamtwerk von Yasumasa Morimura eine besondere Stellung ein, da er nämlich das Portrait eines westlichen Künstlers – genauer seines weiblichen Alter Egos – adaptiert. Für die erste Interpretation werden wir uns auf die Perspektive der Geschlechter konzentrieren, hierzu greifen wir auf die Methodik der Gender-Studies zurück. Die Gender-Studies richten ihren Blick auf die Relationen zwischen den  kulturellen Phantasmen von Männlichkeit und Weiblichkeit. In der Kunst wird daher die Frage nach geschlechtlichen Strukturen in Werken gestellt. Wichtiger Punkt der Studien ist, dass zwischen dem realen Wesen und seinen kulturellen Zuschreibungen flexibel unterschieden wird. Wir beginnen unser Experiment mit einer Beschreibung (diese Beschreibung bleibt unsere Grundlage für die folgenden Interpretationen).

Fangen wir an. Macht euch keine Gedanken über Gender und etc., bleibt erst mal nur bei den zwei Bildern. Lasst eure Gedanken kreisen. Was ist dargestellt? Gibt es Bewegungsmotive, hat die Figur eine bestimmte Haltung oder haben vielleicht einzelne Körperteile eine bestimmte Rolle? Wie sind die Bilder gefüllt, wie beziehen sich die bildfüllenden Elemente zum Rand des Trägers? Was ist mit den Farben? Erinnerern die Bilder euch möglicherweise an etwas? Macht Euch kurz bewusst wie ihr das Bild seht und fragt euch, welche Botschaft das Bild für euch hat. Wenn ihr fertig seid, geht es hier weiter mit den Beschreibungen.

http:promtheus-bildarchiv.de (Ausst.-Kat. Das achte Feld. Geschlechter, Leben und Begehren in der Kunst seit 1960)

Die 1920/21 entstandene Schwarzweißfotografie von Man Ray zeigt Marcel Duchamp – als Rrose Sélavy – im Einzelportrait en face. Als Erzählmotiv dient ein Mann – er ist als Frau verkleidet – anhand des Titels ist zu entnehmen, dass es sich um den euroamerikanischen Künstler Marcel Duchamp handelt. Duchamp ist als melancholische und alte Dame dargestellt.  Anhand der Hände verrät sich – trotz des geschminkten Gesichtes -, dass die Figur alt ist. Die Hände sind nicht mehr klein und zart, sie tragen Alterspuren wie Falten und eine grobere Ausarbeitung. Die Dame trägt ein dunkles Oberteil mit Strass Stickereien an den Ärmelenden und an der rechten Hand einen Ring. Sie trägt eine helle Stola aus Fuchs sowie auf dem Kopf einen schwarzen Glockenhut mit schwarzweißem Muster über der Krempe. Die Figur besitzt einen hellen Hautton – ist vermutlich weiß gepudert – und ihre Augen und Lippen sind dunkel geschminkt. Durch den dunklen Hintergrund und die dunkle Schminke tritt die helle Hautfarbe der Figur hervor. Die Figur der Rrose ist im Bewegungsstillstand, denn sie verharrt in der anrührenden Pose eines Glamourfotos. Ihre Hände umstreichen/umfangen die Wangen zart mit der Stola. Ihr Blick ist trüb zum Betrachter ausgerichtet und ihr Mund wirkt ein wenig verbittert. Die Bildebene ist fast komplett durch die Figur ausgefüllt, rechts und links geht die Figur über den Rand des Trägers hinaus. Die Fotografie ist nicht umrandet. Da eine Schwarzweißfotografie vorliegt, herrscht eine Farbkonstanz von schwarz und weiß vor. Aus der Konstanz von schwarz und weiß leitet sich ein Helldunkel im Werk her. Gesicht und Hände können durch ihre weiße Farbigkeit als Lichtflächen ausgemacht werden.

http:prometheus-bildarchiv.de (Alexandra Munroe, Japanese Art after 1945, Scream against the Sky, Ausstellungskatalog, 1994.)

Die Farbfotografie Doublonnage (Marcel) – entstanden 1988, mit einer Größe 150 x 120 cm – zeigt ein Einzelportrait en face, genauer ein Selbstbildnis das japanischen Künstlers Yasumasa Morimura. Als Erzählmotiv dient ein Mann, welcher als Frau verkleidet ist – da es sich um ein Selbstbildnis handelt, kann man erschließen, dass Yasumasa Morimura abgebildet ist. Dem Titel ist zu entnehmen, dass Man Rays Fotografie von Rrose Sélavy alias Marcel Duchamp adaptiert wird.Diese Rrose Sélavy wirkt im Vergleich zu Marcel Duchamps Rrose jünger, koketter und erotischer. Morimura trägt wie Marcel Duchamp ein dunkles Oberteil, jedoch hat Morimura kurze Ärmel. Um den Hals trägt Morimura zwei dunkle Stolas aus Nerz sowie auf dem Kopf zwei Glockenhüte mit schwarzweißem Muster sowie goldenem Strass übereinander. Die Figur besitzt zwei Paar Hände – das eine verfügt über einen dunklen Hautton, während das andere eine helle Hautfarbe aufweist. Beide Handpaare tragen an der rechten Hand einen Ring. Das Gesicht der Figur ist weiß geschminkt, ihre Lippen sind rot und ihre Augen blau umrandet. Die Figur ist vor einem dunkelgrünen Hintergrund verortet. Die Figur greift Marcel Duchamps Pose auf – die anrührende Pose in Erinnerung an ein Glamourfoto. Die Hände mit dem hellen Inkarnat bewegen sich zur Stola, als wollten sie die Wangen mit der Stola zart umfangen. Das dunkle Paar umklammert das helle Paar, es wirkt, als wenn jene sie vom Körper wegeziehen wollen. Der Blick der Figur ist wach zum Betrachter und ihre Lippen sind leicht geöffnet. Die Bildebene wird hier ebenfalls fast komplett ausgefüllt, die Figur geht rechts und links über den nicht umrandeten Träger hinaus. Die Farbfotografie zeigt eine Farbvarianz von schwarz, weiß, gold, rot, blau und grün.

Und wie seid ihr die Bilder angegangen, habt ihr in eurer Beschreibung ähnliche Punkte herausgegriffen und über sie eine Interpretation hergeleitet? Oder widerspricht eure Idee von dem Werk der Erfassung des Bilder. Möglicherweise empfindet ihr die Handhaltung  der Figur bei Man Ray eher als gewollt grazil. Ihr Blick wirkt auf euch lockend zurückhaltend und zugleich sehr energisch-zielstrebig, durch die halb geöffneten Augen und den direkten Blick. Vielleicht kommt ihr darauf, weil euch Stummfilmbilder dazu einfallen. Dem Alter der Figur habt ihr möglicherweise gar kein Bedeutung beigemessen und auf euch wirkt die Figur verführerisch, denn in den  halboffenen Augen erkennt ihr einen verhangenen Blick. Vielleicht mag euch jetzt der Gedanke, die Erörterung ist weit hergeholt, kommen. Der Punkt ist, eure Gedanken sind nicht falsch, genauso wenig wie die folgende Interpretation mit den Blick auf das Verhältnis von Mann und Frau. Es wird lediglich eine Perspektive, ein spezieller Blickwinkel eingenommen. Gehen wir weiter und schauen, was die Gender Studies in dem Bild sehen und vielleicht verändert sich ja eure Sichtweise auf das Bild.

Die Gender-Studies kategorisieren die Fotografie Man Rays als Glamourfoto und beschreiben die Körperhaltung von Sélavy als anrührende Pose. Ausganspunkt für die Beschreibung sind der trübe Blick, der ein wenig verbitterte Mund und die Hände, die die Wangen zart mit einer Stola streicheln. Im Zusammenwirken der einzelnen Körperteile – den trüben Blick zum Betrachter, den leicht zusammengekniffenen Mund sowie den Händen, welche mit der Stola die Wangen umstreichen – entsteht eine anrührend wirkende Pose. In Verbindung mit der Schwarzweißfotografie und der teuren Kleidung Sélavys – z.B. der Pelz aus Fuchs – weckt die Fotografie beim Betrachter die Erinnerung an ein Glamourfoto.

Marcel Duchamp war einer der begehrtesten Männer im New York seiner Zeit. Anders als dem vertrauten Transvestiten Bild entsprechend, inszeniert er sich aber nicht als schöne und starke Frau. Stattdessen inszeniert sich Duchamp als alte und melancholische Dame, deren Wünsche nicht in Erfüllung gegangen sind. Transvestiten inszenieren sich gängigerweise als schöne und starke Frauen. Marcel Duchamp verkörperte für das eigene Geschlecht das Bild eines Starken und Schönen, da er einer der begehrtesten Männer New Yorks war. Bei seiner Stilisierung als Frau zeigte er sich aber als schwach. In der anrührenden Pose wird parallel die Schwäche der Figur angedeutet. Ihre Körperhaltung wirkt zusammengezogen, ihre Arme sind um den Körper gelegt, eine geschlossene, schützende Geste. Die Geste wird durch den hochgeschlagenen, umhüllenden Pelzkragen und den tief ins Gesicht gezogenen Hut unterstützt. Es wirkt als wolle sie sich verhüllen. Anhand der Hände verrät sich – trotz des geschminkten Gesichtes-, dass die Figur alt ist. Die Hände sind nicht mehr klein und zart, sie tragen Alterspuren wie Falten und eine grobere Ausarbeitung. Ein melancholischer Eindruck erwägt sich durch den zusammengekniffenen Mund und den trüben Blick sowie die Inszenierung in einem Glamourbild – als Erinnerung an die Jahre ihrer Jugend. Beim Betrachter wird der Eindruck erweckt, sie sei im Jetzt unglücklich und trauere Vergangenem nach. Durch seine Zugehörigkeit zu den Starken konnte Duchamp es sich leisten, sich als schwach – als schwache Rrose Sélavy – zu zeigen. Nur die Starken können sich schwach zeigen, aber warum machen sie das?

Um die Frage zu beantworten, sollen zunächst die Ursachen für Marcel Duchamps Wandlung zu Rrose Sélavy geklärt werden. Duchamp gab darüber im Interview mit dem französischen Journalisten Pierre Cabanne Auskunft. Im Interview erzählt Duchamp, dass er seine Identität wechseln wollte, indem er einen jüdischen Namen annähme – Duchamp war Katholik. Mit einem jüdischen Namen wäre er von der (in Frankreich) dominierenden Religion in die Minderheitsreligion abgestiegen. Er fand aber keinen Namen, der ihm nach eigener Aussage gefiel oder ihn reizte. Ihm kam die Idee, das Geschlecht wechseln zu wollen. Der Name Rrose Sélavy stammte von Francis Picabias Bild Das Kakodylsaure Auge. Picabia hatte alle seine Freunde gebeten auf dem Bild zu signieren. Duchamp verewigte sich auf dem Bild mit dem Wortspiel „En 6 qu´habila rrose Sélavy“. Als Übersetzung leitet sich die ewige Vernissagen Regel her „Wer ausstellt, gibt einen aus, so ist das Leben.“. Auch andere Übersetzungen sind möglich – z.B. lassen sich Verbindungen von Rrose zu Eros ziehen. Aber Duchamps eigene Erklärung zur Entstehung der Rrose Sélavy zeigt klar keine erotischen Tendenzen. Marcel Duchamp wollte durch einen Religionswechsel seine Identität wechseln, um zur religiösen Minderheit in New York zu gehören. Durch zufällige Eingebung entschloss er sich zur verbitterten Dame zu werden. Im Ansatz ist somit nicht der Geschlechtswechsel, sondern der Identitätswechsel von Bedeutung. Marcel Duchamp erzielt bei beiden Verwandlungen eine Transformation vom Starken zum Schwachen. Ob nun vom Katholiken zum Juden oder vom jungen schönen Mann zur alten und verbitterten Dame. In Duchamps Idee zählt der Gedanke, sich aus seiner Position des Starken in die Position eines Schwächeren zu versetzen.

Der französische Schriftsteller und Journalist Robert Desnos brachte Duchamps Intention der Rrose Sélavy mit seiner Frage auf den Punkt. „Der Argot von Rrose Sélavy, ist das nicht die Kunst, aus Schwänen Störche zu machen?“ Im hässlichen Entlein der Rrose Sélavy bleibt stets der stolze Schwan in Form von Marcel Duchamp erhalten. Eine Doppeltheit, die immer im Zusammenhang mit Rrose Sélavy besteht – z.B. bleibt auch im Wortspiel an Picabias Bild Duchamp erkennbar. Duchamp konnte es sich – als selbstsicherer Mann sowie durch seine Stellung als Künstler – erlauben, sich über sich selbst lustig zu machen, hässlich zu sein sowie zu irritieren und provozieren. Letztendlich ist von großer Bedeutung, dass Duchamp immer zwischen seinen Identitäten wechseln konnte und nicht endgültig in der Rolle der Rrose Sélavy steckte. Marcel Duchamp spielt mit der Doppeltheit. Mit Rrose Sélavy zeigt er eine Doppeltheit zwischen Mann und Frau, aber auch zwischen stark und schwach. Mit der Doppeltheit provoziert und irritiert Duchamp, er zeigt sich hässlich und macht sich über sich selbst lustig. Der Starke ist in der Position sich schwach zu zeigen und macht es, um mit den Zuordnungen schwach und stark zu spielen.

http:promtheus-bildarchiv.de (Morimura Yasumasa: The Sickness unto Beauty – Selfportrait as Actress. Yokohama Museum of Art. 1996. Abb. 46.)

Die Genderforschung zieht Verbindungen zu Menschen, die ein tatsächliches Coming-out erleben, endgültig in einer Rolle verankert bleiben. Für jene löst ihre Doppeltheit Angst aus, wie heißt es in der kleinstadtnovelle „ich habe angst. bin weiblich, bin männlich, doppelt.“Jene Menschen wollen etwas genau Bestimmbares werden. Die Einnahme einer genau gesellschaftlich definierten Rolle ist für sie die einzige Möglichkeit ihre Unsicherheit zu überwinden. Aus dieser Angst leitet sich der Reflex ab, eine Frau zu sein – wenn man kein Mann sein kann. Und wenn man eine Frau ist, dann ist man eine berühmte. Yasumasa Morimura zeigt jene Verwandlungen, indem er sich in große Stars wie Marilyn Monroe, Vivian Leigh oder Catherine Deneuve verwandelt. Auch mit der Verwandlung in Marcel Duchamp zeigt er sich nicht nur als Künstler, sondern als berühmter Künstler. Morimuras Rrose ist jünger, kokett und erotisch. Rrose Sélavy ist eine verführerische Dame, der Storch wieder zum Schwan geworden. Um dies zu verdeutlichen haben die zweiten dunklen Hände eine zentrale Funktion. Sie umklammern die hellen Hände – gewissermaßen die Hände Duchamps – und ziehen sie vom Körper weg, als wollten sie die Hände davon abhalten das Gesicht mit der Stola zu verdecken. Der verlorene Doppelsinn wird durch die verdoppelten Requisiten wieder aufgegriffen – denn Hände, Stola, Hut sind zweifach vorhanden. Yasumasa Morimura greift die Reaktion von Menschen, die tatsächlich unter Doppeltheit leiden, auf. Er zeigt sich komplett weiblich sowie als Weibliches in seiner begehrtesten Form – einem Star. Morimuras Rrose wirkt jünger, weil ihre Hände – das helle Paar – glatt und zart sind. Sie wirkt koketter und erotischer, weil sie den Betrachter wach anblickt, die Lippen leicht geöffnet und eine aufrechte Haltung hat. Sie wirkt sinnlicher und will sich nicht verstecken.

Na, hat diese Interpretation eure Sichweise auf die Bilder manipuliert? Mich hat sie überzeugt. Trotzdem denke ich nach abschließender Betrachtung, dass Duchamps Rrose Sélavy auch als verführerisch gedeutet werden könnte und dass die Möglichkeit besteht diesem Interpretationsansatz nachzugehen. Wenn ihr euch weiter mit dem Thema beschäftigen möchtet – denn auch andere Künstler wie z.B. Warhol haben Travestie gemacht – schaut unten in die Literatur. Ansonsten freue ich mich, wenn ihr nächste Woche in die Fortsetzung reinschaut oder eure Interpetation sowie Erfahrungen mit dem Perspektivwechsel hier postet. Kleiner Vorgeschmack für den nächsten Teil, die Bilder können auch in Verbindung zum Theater gesetzt werden.

 

Friedrich, Julia: Alles doppelt. Selbststilisierung und Geschlecht in der modernen Kunst, in: Ausst. – Kat. Das achte Feld. Geschlechter, Leben und Begehren in der Kunst seit 1960, hg. v. Frank Wagner u.a., Museum Ludwig Köln, hatje cantz 2006, S. 97 – 105.

 Holschbach, Susanne: Artists in Drag, in: Ausst. – Kat. Rollenspiele. Rollenbilder, hg. v. Toni Stoss und Esther Ruelfs. Museum der Moderne Salzburg Mönchsberg, Deutschland: Hirmer 2011, S. 180 – 241.

 

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