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Wozu gibt es Schule?!

Hausaufgaben, Tests und nochmal Hausaufgaben

Hat sich nicht schon jeder Jugendlicher, also Du und ich, in der Schule schon mal gefragt, insbesondere wenn man eine schlechte Note kassiert, wozu die Schule eigentlich da ist?!

Ach natürlich! Damit die Eltern uns los sind und ihre Ruhe haben und die Lehrer ihren Job nicht verlieren, weil sie uns nicht mehr quälen können. Wie konnte ich das bloß nur vergessen. Nur ein kleiner Spaß am Rande. Aber jetzt mal wirklich unter uns. Wer bekommt im Alltag Sachen wie Funktionsgleichungen oder Dreißigjähriger Krieg nochmal zu hören. Also ich nicht und Du? Deswegen dachte ich zum Wohl aller Schüler und auch paar vereinzelte nette Lehrer (denn es gibt sie nämlich tatsächlich, diese die jeden von uns gern haben wollen und uns sogar gute Noten geben würden, wenn wir sie nicht immer im Unterricht grimmig anstarren würden), setze ich mich mal mit der Aufgabe und Funktion der Schule auseinander.

Sehen wir uns doch zuerst mal die Schullaufbahn der Schule an.
Diese zeigt uns, dass es zu verschiedenen Zeiten verschiedene Auffassungen von Schule existierten. So durften im antiken Griechenland nur Jungen von freien Bürgern private Schulen besuchen, wohingegen im alten Ägypten fast alle Söhne und Töchter freier Bürger zur Schule gingen, weil die Menschen vom Handel lebten und somit auf Wissen angewiesen waren. Und in der römischen Gesellschaft war es ein Privileg der Oberschicht, ihre Kinder auf elementare Schreib- und Leseschulen zu schicken. Im Laufe der Zeit hat sich doch die Idee, einen allgemeinen Schulwesen zu schaffen, sich als Ziel eingestellt und wurde auch realisiert. Leider zum unserem Pech, wenn man die vielen Hausaufgaben betrachtet.

Jedenfalls wird die Schule, laut unserem Freund und Helfer namensWikipedia, als Bildungsanstalt oder Lehranstalt definiert und ist eine Institution, deren Aufgabe das Lehren und Lernen ist, also die Vermittlung bzw. Weitergabe von Wissen und Können durch Lehrer an Schüler. Obwohl ich sehr stark bezweifle, dass irgendein Lehrer mir jemals Mathe richtig beibringen könnte. Wie auch immer.

Jeder von Euch würde ja sofort sagen, dass zu den Aufgaben einer Schule Unterrichten, Bilden, Erziehen und Beraten gehören. Als passendes Beispiel könnte man die schulische Aufgaben nehmen uns Lesen, Rechnen und Schreiben beizubringen. Und dann diese erworbene Kenntnisse und auch noch spätere ausgeschliffene Fähigkeiten und Fertigkeiten, sowie der jeweilige Wissenstand von uns, durch die bekannten und verhassten Tests und Klausuren zu überprüfen.

Hausaufgaben, Tests und nochmal Hausaufgaben

Doch wenn man es genauer betrachtet gibt die Schule uns SchülerInnen nicht nur Wissen weiter und fördert unsere Leistungen, sondern vermittelt auch noch andere Tugenden. Nämlich das Lernen der Normen und Werte der Gesellschaft und individuell in eine Gruppe bzw. in die Gesellschaft eingliedern können. Auch andere Tugenden wie Gehorsam, Verlässlichkeit, Pünktlichkeit, Gerechtigkeit und Ordnung sind im sozialen Bereich, wie in der zukünftigen Arbeit und in der heutige Zeit sehr bedeutend.

So ein Erziehungswissenschaftler namens Klafki schrieb einst in einer seiner Werke¹, ich zitiere

„Die Gesellschaft im ganzen und vor allem jene Institutionen, die die Träger und Vertreter solcher kultureller Aktivitäten und Interessen sind –Wissenschaften, Verbände, Kirchen und Weltanschauungsgemeinschaften usw. – erwarten von der Schule, daß sie der nachwachsenden Generation wenigstens ein Mindestmaß, einen Grundstock von Verständnis, Interesse, Kenntnissen und Fähigkeiten und damit die Zugangsmöglichkeit zu den (…) Dimensionen des kulturellen Lebens eröffnet“.

Also ich würde mal sagen der Herr hat Recht mit dem was er sagt. Also ich kann jetzt auch besser nachvollziehen, wieso die Schule sich nicht nur auf die Weitergabe von Wissen an uns beschränkt. Denn somit können unsere Familien und Freunde davon ausgehen, dass wir in der Zukunft ausreichend qualifiziert sind unseren Lebensunterhalt selbst zu verdienen. Und wer will schon mit 30 noch bei seinen Eltern wohnen ?!

Huch! Ich habe gerade eine neue Freundschaftsanfrage in Facebook gekriegt. Hmm.. die kenne ich doch noch von der Grundschulzeit. Apropos Freundschaft. Eigentlich könnte man davon ausgehen, dass man seine Freunde in der Schule kennenlernt. Somit könnte man dies auch als gesellschaftliche Aufgabe der Schule ansehen, doch ich bezweifle das stark, da wir heutzutage viele Möglichkeiten haben neue Freundschaften zu schließen, zum Beispiel Sportvereine, Jugendtreffs, Musikschulen, Redaktionssitzungen von Around U etc. Die Schule sollte wohl einfach ein bisschen Rücksicht drauf nehmen ein zentraler Ort der Freundschaftsbildung zu sein, aber es nicht zu einem Konkurrenzkampf ausarten lassen mit den sozialen Netzwerken. Sonst verlieren sie haushoch, wie all die Mannschaften die es mit BVB aufnehmen wollen.

Es reicht ja schon wenn wir in der Schule unseren Selbstbewusstsein stärken können. Tut nicht nur dem Ego gut, sondern jeder von uns braucht auch Erfahrungen, wo einem etwas zugetraut wird und in der man mit seinen Fähigkeiten und Potentialen gefragt ist, aber auch wahrgenommen und gewürdigt wird. Somit können wir uns weiterentwickeln und Stärken und Schwächen erkennen. Also für alle die Pokémon geliebt haben und es immer noch tun, wie ich zum Beispiel, ist es echt toll so was zu lesen. Wie ein wahr gewordener Traum, dass wir uns wie Pokémons mit Erfahrungen und paar Herausforderungen entwickeln können.

Bevor ich aber wieder ins Schwärmen von Animes abdrifte, komme ich wieder zurück zu den Stärken und Schwächen von uns. Außerdem können wir auch herausfinden was uns liegt und was uns Spaß macht. Wer hätte das gedacht, ne? Nein, ehrlich gesagt ist das sehr gut zu wissen welche Bereiche einen sehr interessieren und andere dagegen gar nicht. So können wir schon erste Interessenansätze sammeln, die uns zur Wahl des Zukunftsberufs hilfreich sein werden. Ich weiß ja nicht wie es bei Dir aussieht, aber ich konnte durch einen Schulbetriebspraktikum und durch andere Schulveranstaltungen viele Denkanstöße zur Zukunft sammeln.

Somit komme ich auch schon zum nächsten Punkt, nämlich die Entfaltung von Kreativität in der Schule und damit meine ich nicht den Kunstunterricht. Da wir mittlerweile in einer Zeit leben, in der wir nicht mehr Muster nacheifern, wird die Kreativität von uns Schülern gefordert und gefördert. Denn erst so können wir lernen unser Leben selbst in die Hand zu nehmen und diese dann nach unseren Wünschen frei gestalten. So liefern Schulen heutzutage mehr und mehr Beiträge zu Projekte, wie man den Unterricht mit verschiedenen Lernmöglichkeiten gestaltet oder Konzepte die für Selbstorganisation oder Mentalität von uns Jugendlichen gefördert wird.

Also muss die Schule grob gesehen zwei Aufgabenfelder tätigen. Einerseits das Lernen und die Vermittlung von Wissen, andererseits die Planung, Kontrolle und Disziplinierung für das Leben in der Gesellschaft.

Da gab es mal eine so schöne Metapher dazu. Ich meine sie lautete, dass man das Schulsystem als große Leiter sehen soll, die zwischen den Generationen eingebaut ist und zu einer Neuverteilung unserer Lebenschancen führt, in dem es den Zugang zu hohen und niedrigen Zukunftspositionen eröffnet. Da die Schule uns Wissen vermittelt, aber auch soziale und erzieherische Aspekte vermittelt.

Schön oder? Bedeutet also im Endeffekt wir sollten nicht mehr sooo oft jammern, dass die Schule blöd ist und Lehrern deswegen das Leben schwer machen. Aber mal so zwischen Redakteurin und Leser bzw. Leserin mancher Unterrichtsstoff könnte man sich trotzdem sparen. Wer braucht schon später Infos zu Napoleons Lieblingsfarbe oder Geschwindigkeitsberechnung, wenn man das Handy aus dem fünften Stock wirft – kaputt ist kaputt und die Eltern sind wütend.

Zumindestens hoffe ich, dass ich so unnötigen Stoff nie brauchen werde. Nicht, dass ich irgendwann mal an der Kasse stehe und erst mal Wurzel ziehen muss, damit ich weiß wie viel ich der Kassiererin an Geld geben soll !?!

 ¹ Klafki, W.: Gesellschaftliche Funktionen und pädagogischer Auftrag der Schule in einer demokratischen Gesellschaft. In: Braun, K.-H. u.a. (Hrsg): Subjekt, Vernunft, Demokratie: Analysen und Alternativen zur konservativen Schulpolitik. Weinheim; Basel: Beltz, 1989. S. 25

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