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Weihnachtsfieber

Sobald ich die ersten Lebkuchen im Supermarkt im Regal stehen sehe, fängt es bei mir an, langsam im Magen zu kribbeln. Aaaach, jetzt so ein Stückchen leckeren Lebkuchen, natürlich mit Schokoglasur und dazu einen Weihnachtspunsch… Verdorben wird die Träumerei dann aber meist von den schwitzenden Menschen, die sich an mir vorbei zur Gefriertruhe schieben und sich den Wagen mit Eis am Stiel vollhauen. Zack, Stimmung wieder weg, alles viel zu früh. Schade!

Der erste Dezember rückt näher und näher… und ich habe noch keinen Adventskalender bekommen. Da hört der Spaß aber dann wirklich auf. Weihnachten ohne Adventskalender geht gar nicht. Es gibt eine riesige Auswahl, da wird doch wohl ein passender für mich zu finden sein. (Selber kaufe ich den aber auch nicht, sonst wäre es ja keine Überraschung. Und Überraschungen sind jawohl das A und O in der Weihnachtszeit.) Also schlage ich in meinem Umfeld bei jedem Einkaufsbummel vor: „Ach, der von Kinderschokolade ist doch hübsch, und die Schokolade schmeckt wenigstens gut.“ „Oh, der ist aber auch toll und 24 Kerzen kann man auch noch super gebrauchen.“ „Ich spiele ja auch immer noch gerne und es wäre so schön nostalgisch, was hältst du von einem Kalender von Playmobil?“ Nichts desto trotz, meine Familie hält sich hartnäckig an ihren Geheim-Haltungs-Plan, ich werde langsam nervös und trotzdem: bis jetzt hang jedes Mal pünktlich am 1.Dezember ein Kalender bei mir im Zimmer. Früher noch liebevoll umgepackt und dann eigenhändig verpackt, damit man auch ja nicht vorher weiß, um was für eine Art von Kalender es sich handelt und ob er liebevoll selbst zusammengestellt oder mit viel Mühe selbst gekauft wurde. Heute nur noch kunstvoll hindrapiert, ohne umpacken.

Und dann: Nikolaus, der kleine Vorgeschmack auf Heiligabend. Es gibt Geschenke, Weihnachtslieder, Feiern im Sportverein und im Bekanntenkreis. Einfach eine wunderschöne Mischung aus Heiligabend und Ostern: die Geschenke sind im Schuh versteckt, werden aber von einem alten Bischof gebracht und nicht von einem kuscheligen Hasen. Übrigens: wer einmal den „Sinterclaas“-Umzug in den Niederlanden mitgemacht hat, weiß, der Nikolaus kann auch ganz schön prachtvoll auf einem Pferd reiten. Der muss sich eigentlich gar nicht heimlich vor das Haus schleichen und die Geschenke in den Schuh stopfen. In den Niederlanden läuft man bei diesen Umzügen aber auch Gefahr, vom „Zwarten Piet“ mit einer Rute den Po versohlt zu bekommen. Aber er verteilt auch leckere Kruidnoten, kleine Spekulatius-ähnliche Plätzchen. Da kann man die paar Klapse locker wegstecken!

Weiter geht es also, auf die Zielgrade bis Heiligabend. Sooo lange ist es noch hin und keine besondere Überraschung liegt mehr dazwischen. Traurig!

Um die Wartezeit zu verkürzen wird natürlich reichlich gebacken, sodass die Kekse schon fast aus den Ohren wieder herausquillen. Die Weihnachtsmärkte werden einer nach dem anderen abgegrast und natürlich niemals mit leeren Taschen und leerem Magen verlassen. Crepes, Mandeln, Bratwürste, Zuckerwatte, Poffertjes, Waffeln, Kakao (seit neuestem offiziell auch mit Amaretto), Glühwein, Schokobananen – alles findet irgendwann seinen Weg in meinen Magen. Toll! So schmeckt Weihnachten. Und die Taschen? Die sind natürlich mit Geschenken gefüllt, für mich und für Verwandte und Freunde.

Und dann, nach unendlicher langer Zeit steht der Heilige Abend quasi vor der Tür und man wird panisch. Mist! Wegen der ganzen Esserei und Backerei und Weinachstmarktbesucherei hat man glatt vergessen, die ganzen Geschenke einzupacken! Hektisch wird am 24. die Weihnachtsmütze aufgesetzt, die Musik angeschaltet und der „Weihnachtswichteleinpackservice“ entsteht vor meiner Couch, auf dem Boden. Überall verteilt liegen Geschenke, Geschenkpapier, Schleifchen, Band, Tesa und Karten. Meistens natürlich wunderbare Glitzerkarten die, wenn sie einmal ausgepackt sind, von allen verflucht werden. Tz, gegen so ein bisschen Glitzer überall ist doch an Weihnachten wirklich nichts einzuwenden! So werden an Heiligabend noch fleißig Karten geschrieben und die Geschenke schön verpackt. Schön? Naja, zumindest die Geschenke, die eine schöne, gleichmäßige Kastenform haben. Die anderen, beispielsweise Tassen, umständlich in Plastik eingefasstes Spielzeug und unförmiges Dekozeug, werden wahllos in irgendwelche Papierreste eingewickelt, kunstvoll zugeklebt, bekommen dann aber wenigstens noch ein schönes Schleifchen „on top“. Bis jetzt hat sich da noch niemand beschwert! (Man könnte natürlich auch auf den Einpackservice im jeweiligen Geschäft zurückgreifen, aber das wäre dann doch irgendwie nicht weihnachtlich genug!)

Und dann, wenn alles geschafft ist, kann es endlich losgehen…

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