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Urban Blind Date – Dortmund <-> Karlsruhe

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In dem Projekt Urban Blind Date begaben sich 35 Jugendliche aus Dortmund und Karlsruhe, in ein künstlerisches Blind Date. Miteinander in Kontakt traten sie nicht bei einem gewöhnlichen Treffen, von Angesicht zu Angesicht, sondern auf  künstlerische Weise.

Die aus dem Projekt entstandenen Austellung ist nun vom 02.06. – 07.07.2013  auf der U2_Kulturelle Bildung im Dortmunder U zu bewundern.

Das Foto- und Filmprojekt startete im November 2012 als Kooperation zwischen dem ZKM Karlsruhe und der U2_Kulturelle Bildung. In beiden Städten fanden sich folgende künstlerischen Teams zusammen – Karlsruhe: SchülerInnnen des Bismarck Gymnasiums, Hermann Schätzle (Kunstlehrer), Fanny Kranz (Künstlerin) und Banu Beyer (Projektleitung) – Dortmund: SchülerInnen des Leibniz-Gymnasiums, Maria Winters (Deutschlehrerin), Etta Gerdes (Fotografin), Alischa Leutner (Video Künstlerin), Sylke Herberholt (Projektleitung) und Kristiina Knöper (FSJ Kultur).

Nun standen beide Gruppen vor den zwei großen Herausforderungen: einem Blind Date und einem Spiel “Stille Post”. Das Prinzip des Spiels bildete die Grundlage von Urban Blind Date. Und  da die Jugendlichen einander zunächst nur über ihre Botschaften kennenlernen konnten, war es insofern auch ein Blind Date der besonderen Art.

Um ihren unbekannten Partnern, in der jeweils anderen Stadt, ihre persönlichen Lieblingsorte vorzustellen, drückten die SchülerInnen ihre Lieblingsorte, jeweils in Text- und Bildformen aus. Die Werke wurden dann an die Partnerstadt versendet und gaben so den Impuls zu neuen kreativen Arbeiten.

Dieser Prozess aus Austausch und Reaktion wurde 3x wiederholt, so dass eine stetige Kommunikation auf künstlerischer Basis, zwischen beiden Städten, stattfand. In wöchentlichen Workshops wurden die Kunstwerke in beiden Städten bearbeitet und künstlerische Strategien von Henri Cartier Bresson bis hin zum Prinzip der One Minute Sculpture entdeckt.

Entstanden sind so ausdrucksstarke lyrische Texte, Fotografien, Collagen, Zeichnungen, Tonaufnahmen, Videos und Computerspiele, die die verschiedenen Blickwinkel der Schüler auf die von ihnen definierten Lieblingsorte zeigen und die künstelerischen Prozesse des Projektes erkennen lassen.

Was ist mein Lieblingsort? Was macht ihn zu meinem Lieblingsort? Wie soll ich meinen Ort dem Anderem übermitteln? Was sieht jemand anderes in meinen Lieblingsort? Wie reagiert er wohl auf meinem Lieblingsort, werde ich ihn hinterher noch wiedererkennen?  Wie gehe ich damit um, wenn er das was mir an meinem Ort am meisten am Herzen liegt übersieht oder unwesentlich findet? Wird aus meinem Ort vielleicht etwas ganz neues geschaffen? Was will mir mein Gegenüber mit seinem Lieblingsort mitteilen? Warum ist dieser Ort für ihn so wichtig? Welche Atmossphäre hat der Ort für ihn und empfinde ich das auch so? Wie sehe ich diesen Ort und wie will ich ihn interpretieren? “Inspirierend”, “verbindend”, “kreativ”, “ideenreich, “anders”, vielfältig” und “informierend”, beschreiben die TeilnehmerInnen diese Erfahrungen.

Die Ausstellung zeigt nun mit einzigartigen Kunstwerken, wie differenziert Realitäten wahrgenommen werden und bildet einzigartige Verbindungen zwischen Dortmund und Karlsruhe. So wird aus einem einfachen Vorgarten plötzlich ein Tatort und aus einem Fluss in Karlsruhe ein Symbol für eine Freundschaft in Dortmund und am Phönixsee in Dortmund sitzen plötzlich Babuschkas.

Ebenso ist die Ausstellung ein Paradebeispeil dafür, welche kreativen und künstlerisch-qualitativen Arbeiten Jugendliche erschaffen können, denn die Ausstellung kann mit den übrigen Ausstellungen des Hauses wie “Stadt in Sicht” vom Museum Ostwall oder “His Masters Voice” vom HMKV klar mithalten. Daher kommt hier jetzt der wichtigste Part des Projektes: die Jugendlichen, die nach und nach immer mehr Eigeninitiative und Kreativität entwickelt haben und so zu jungen Künstlern geworden sind.

Dortmund: Felix Sirau, Dennis Pieners, Marius Fischer, Raffaela Artmann, Laura Stabinger, Farina Wötzel, Melissa Bergmann, Louisa Küchler, Emmi Burczyk, Jens Patricny, Paul Pickl, Tarik Beltekin, Christoph Alberts, Vildan Kocabas, Finja Joiko, Lukas Lühe, Paul Brückner, Rebecca Schilling

Karlsruhe: Alina Mungenast, Fransizka Eggeling, Max Böhm, Cora Gerhardt, Carolin Blumenröhr, Jessica Burkhardt, Tim Schwarz, Maurice Mirsoltani, Philipp Gorenflo, Nina Estedt, Birke Beyer, Theresa Mairon, Luis Merzdorf, Nadir Hörner, Dominic Neumann, Leonard Ganz, Michael Frank

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