ALLE ARTIKEL, FÜR DAS AUGE, FÜR DIE OHREN, IM RAMPENLICHT
Kommentare 1

unknown, usable, unique – U

Das Dortmunder U

Was ist das eigentlich, das U? Meine erste Assoziation war immer: ein großer Turm, in den nur Künstler gehen und viel Geld bezahlen, um sich Ausstellungen anzugucken. Und die, die zwar keine Künstler sind, dafür aber viel Geld ausgeben möchten, gehen ins View. Gut, da gibt es noch die große 360°-LED-Bildfläche rund um das U, die nachts immer die Uhrzeit anzeigt und tagsüber Dortmund mit netten Bildern ein bisschen verschönert. Diesen Sommer gab es noch den Weststrand, aber der war ja eigentlich eher hinter dem U, gehörte der denn überhaupt noch dazu?

Somit stellte sich mir die Frage: darf man als Normalsterblicher ohne großartig künstlerische Begabungen in den großen Turm eigentlich rein? Bezeichnungen wie „Zentrum für Kunst und Kulturgeschichte“ oder „Kulturelle Bildung“ scheinen das U noch unerreichbarer für uns zu machen. Um meinen irreführenden Vorurteilen ein Ende zu bereiten, habe ich den mutigen Schritt über den riesigen Vorplatz des Dortmunder Us gewagt und bin auf die Suche nach Antworten gegangen. Was ich dabei gefunden habe, ist, ganz simpel gesagt, nicht nur ein „riesiger Turm“, sondern ein „riesiger Turm voller Möglichkeiten“ – und zwar für jeden von uns!

Direkt im Eingangsbereich falle ich fast von der grünen Bank, die einen Baum kreisförmig umschließt. Beim Draufsetzen erklingt erstmal ein satter Ton. Überschreite ich jetzt schon das Höchstgewicht, das die Bank tragen kann, oder was ist da falsch gelaufen? Nein, ich darf beruhigt sein. Nach einem Gang einmal um die Bank herum lasse ich mich stückweise auf sie plumpsen und bald ist klar: wer Lust hat, kann sich hier musikalisch verausgaben und eine Melodie aus unterschiedlichen Tönen zusammenbasteln. Allerdings empfehle ich, genug Musikfans mitzubringen – das Rumgehopse wird auf Dauer ganz schön anstrengend!

Beim Weitergehen fällt mir direkt ein großer Raum mit ebenfalls kreisförmig angeordneten Bildschirmen auf. Hier ist also das „Kino im U“. Und was ist daran jetzt so besonders? Das Programm macht deutlich: hier werden Filme gezeigt, die man sonst nicht zu Gesicht bekommt. Welche einem letztendlich besser gefallen – mainstream, oder mal ganz was anderes – ist natürlich jedem selbst überlassen.

Während man sich von einer der vielen Rolltreppen in die nächste Etage fahren lässt, kann man an der riesig hohen Wand verrückte bis nachdenklich stimmende Videoinstallationen betrachten. Im Moment ist da etwas besonders cooles: auf jeder Etage sind altbekannte Videospiele installiert und laden ein, sich für ein paar Minuten in seine von Gameboysucht bestimmten Kindheitstage zurück zu träumen. Von Mario-Kart über Pacman bis hin zu Tetris – einfach alles, was unseren Eltern seitdem verhasst ist.

Die nächste Etage kenne ich ja schon. Ich weiß, dass sich hinter der Bezeichnung „U2_Kulturelle Bildungsetage“ alles andere als Räumlichkeiten für eine Lehrveranstaltung nach der anderen verbirgt. Sie bietet super viel und ist trotzdem völlig kostenfrei. Größtenteils besteht die Etage aus häufig wechselnden Ausstellungen. Im Moment ist dort die Mitmach-Aktion „Verwaldung“, welche dazu einlädt, Wald-Fotos, -Sounds, etc. einzuschicken und so die Ausstellung mit zu gestalten. Außerdem gibt es Gratis-Blümchen für den Garten! Dann kann man so gut wie jede Woche an unzähligen Workshops teilnehmen. Das meiste Angebote findet man dort in den Schulferien, aber auch so gibt es genug Workshops unter der Woche. So bietet die U2 im Moment zum Beispiel jeden Dienstag von 16-18 Uhr den Fotokamera-Workshop „Bilderalarm“ an, bei dem ihr alles über den Umgang mit einer Spiegelreflexkamera lernt. Kameras zum Ausprobieren, Apple-PCs zum Bilder bearbeiten und professionelle Workshopleiter – alles steht bereit und wartet nur auf euch. Last but not least sind da natürlich noch wir, das Redaktionsteam von „Around-U“. Wir geben jede Woche unser Bestes gibt, euch mit Insider-Infos rund um Dortmund zu versorgen.

Meine Geheimtipps sind zum einen der „Lautsprecher“ auf der vierten Etage – einfach mal in einen der Sitzsäcke chillen, der Musik lauschen und im wahrsten Sinne des Wortes über dem Boden schweben – und dann der einmalige Allround-Blick ganz oben auf der Dachterrasse. Falls ihr euch jetzt fragt „Wie was wo Dachterrasse?“ – Nein, sie ist nicht nur für das View da und ja, ihr dürft bei gutem Wetter jederzeit drauf. Einfach mit dem Fahrstuhl in die oberste Etage fahren und eine Kamera mitbringen. Mit ein bisschen Sonne lassen sich direkt neben der 360°-Bildfläche und mit einem Blick über ganz Dortmund super coole Fotos machen!

Natürlich gibt es noch tausend andere Sachen zu entdecken. Die alle aufzuzählen wäre aber für einen Artikel viel zu viel und dadurch schon wieder langweilig und ich habe bei meinem Rundgang durchs U festgestellt, dass die Angebote dort alles andere als das sind. Ich euch, einfach hinzugehen und euer eigenes Bild zu machen. Traut euch rein und schaut euch auch das Museum am Ostwall, die Ausstellungsetage der FH und TU Dortmund an und vergesst dabei nicht Moving Types in der sechsten Etage. Dort kann man sich mit einem iPad super viele Videoclips ansehen, die von Werbung bis hin zu ernsthaften Dokus reichen.

Egal, welche Etagen ihr aber besucht: euer Bild vom U wird definitiv nicht mehr das gleiche sein wie zuvor!

 

1 Kommentare

  1. Leider ist im Eingangsbereich die Baum-, Bank-, Klanginstallation wieder entfernt worden (wohl Leihvertragsende mit den Künstlern) … stattdessen stehen in langweiligem Quadrat ein paar schwarze Bänke … ein echter Verlust

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>