ALLE ARTIKEL, FÜR DAS AUGE
Schreibe einen Kommentar

The Oil-Show im Dortmunder U

Hallo, wusstet ihr schon, dass ein Barrel Öl circa einhunderneunundfünfzig Liter entspricht? Dass es zehn große Ölkrisen gab oder dass Saudi Arabien mit circa sechsunddreißig Millionen Tonnen jährlich einer der größten Erdöl-Exporteure der Welt ist? Auf all das und, wenn mich meine Sinne nicht trübten, noch viel mehr gab es Antworten am gestrigen Tag in der Ausstellung „The Oil Show“ des Hartware-Medein-Kunstvereins im Dortmunder U. Sowohl ökonomisch als auch gesellschaftlich und politisch wird präsentiert. Es sind viele Karten zu sehen.

Auf teils künstlerisch mediale Art haben sich, so schrieb es das Begleitheft, vierzehn Künstler(-paare) aus Europa und Nigeria mit der Thematik Öl auseinandergesetzt. Das Niger-Delta, eine Ölförderregion in Afrika, nimmt dabei in Form einer Fotoausstellung von George Osodi, einem National-Geopgraphic-Fotografen, eine besondere Stellung ein. Andere Regionen, wie zum Beispiel Städte in Amerika oder am Balkan werden ebenso besonders gesondert betrachtet. Am Ende, so sei erwähnt, dreht sich die Erdanschauuung, die präsentiert wird, rundum das schwarze Gold: Erdöl.

Um nicht zu viel vorwegzunehmen, sei verraten, dass am Anfang zunächst allgemeine Informationen zum Rohstoff Öl in Form von Statistiken und Zahlen erbracht wurden, die, sofern ich nicht täusche, schwarz auf weiß an eine circa zehn Meter lange Wand gepinselt waren. Angefangen bei bei einer Grafik zur Zusammensetzung von Öl über die Import und Exportzahlen einzelner Länder hin zu den bereits erwähnten zehn großen Ölkrisen der Erde. Zurzeit sei Erdöl günstiger als Wasser, so eine der Statistiken. Zahlen über Zahlen.

Neben Zahlen waren aber auch viele Bilder zu sehen, sowohl unbewegte als auch bewegte Bilder. Viele der insgesamt vierzehn Künstler(-paare) arbeiteten mit Videoinstalattionen, die verscheiden in Szene gesetzt wurden. So waren in einem der neun Räume, welche die Ausstellung umfassen, elf Videoinstallationen der schweizerischen Künstlerin Ursula Biermann präsentiert, wo Interviews zur Erdölförderung am Schwarzen Meer zu sehen waren, in einem anderen Raum drei Videoprojektionen eines schwedischen Künstlerpaares mit jeweils verschiedenen Regionen der Erde: Bilder einer Ölkleinstadt in den Vereinigten Staaten, Bilder einer afrikanischen Kleinstadt mit dem Schwerpunkt Wasserförderung und Bilder einer asiatischen Stadt zur Kohleförderung.. Die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der drei Ressourcen, so ich recht verstand, sollten intermedial durch Ton und Bild verdeutlicht werden.

Um, wie geschrieben, nicht zu viel aber auch nicht zu wenig zu verraten, sei eine weitere Station erläutert, in dem zwei Videoprojektionen mit Ton simultan links und rechts jeweils auf eine Leinwand projiziert wurden. Links liefen Aufnahmen der Börse in Chicago, wo mit Zahlen jongliert undWerten spekuliert wurde, auf der rechten Seite lief zeitgleich ein Video mit Interviews afrikanischer Buscharbeiter des Nigerdeltas, die wesentlich primitiver wirkte. Die Situation, in der Mitte dieser zwei Atmosphären schafte ein Gefühl von naher Ferne oder ferner Nähe, je, nach welchem Blickwinkel man die Situation betrachtete. Die Installation war eine Idee des niederländisch-amerikanischen Künstler Mark Boulos.

Mehr Künstler, Kunst und vor allem Öl gibt es noch bis zum achtzehnten März in der dritten Etage des Dortmunder Us zu besichtigen. Die Ausstellung wurde kuratiert von Frau Doktor Inke Arns vom Hartware-Medien-Kunstverein. Mein Tipp: Gelenke ölen und vorbeischauen.

P.S.: Die Ausstellung geht nur noch wenige Tage und wurde bereits vom neunzehten Februar auf den achtzehnten März, wie erwähnt verlängert.

P.P.S.: Es finden auch Führungen statt. Mehr Informationen findet ihr unter http://goo.gl/HWMbZ.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.