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sport die vierte – atmen lernen

Wie versprochen habe ich vergangenen Montag einen neuen Sport-Kurs und somit auch eine neue Seite an mir kennengelernt: die Atmungsseite.
Schon beim Betreten des Raumes stelle ich fest, dass ich absolut unvorbereitet aussehen muss. Ausnahmslos jede Kursteilnehmerin erscheint in Leggings und die meisten stehen bereits erwartungsvoll und barfuß auf ihrer Sportmatte. Ich mit meiner kurzen Laufhose und meinem Sportshirt bin also im Partnerlook mit dem einzigen mutigen Mann in der Runde und begebe mich schnell in eine der hinteren Reihen. Dort tue ich es den anderen gleich, ziehe meine Schuhe aus und lege mich – möglichst meditativ aussehend – auf meine Matte.

Kurze Zeit später fängt der Kurs an und die erste Übung besteht dann auch schon aus gaaaanz tiieeeefeeeem Eeeeeeiiin- und Auuuuusaaaatmeeeeen. Schnell ist klar: es wird nicht die letzte gewesen sein. Ganz toll finde ich die Musik, die das „Les Mills“-Team zu dem Workout zusammengestellt hat: eine Mischung aus ruhigen Klängen und aktuellen, langsamen Hits von P!nk, Birdy & Co. Dadurch wird man innerlich ganz entspannt und an manchen Stellen schon fast ein wenig schläfrig.

Dass der „Bodybalance“-Kurs nicht nur aus Atmen besteht, merke ich ungefähr nach Hälfte der Zeit. Bis dahin haben wir schon das gesamte Yoga-Reportoire von Sonnengruß bis hin zur Cobra aufgebraucht und wechseln zu Pilates-Übungen. Hier wird es anstrengender: schnell stellen meine Arme fest, dass die Brett-Position (Unterarmstütz) gar nicht so einfach zu halten ist und Bauchmuskelübungen definitiv nicht zu kurz kommen. Bei diesem Teil des Sportprogramms kommt man dann doch etwas ins Schwitzen, trotzdem sind die Übungen alle auszuhalten. Was mir viel mehr zu schaffen macht, sind die darauffolgenden „Twists“, wie Kursleiterin Nicole sie ankündigt. Schwierig zu beschreiben und noch schwieriger auszuführen, aber kurz gesagt: man dreht das Bein in die eine, den Körper auf die andere Seite und versucht dann den Arm noch irgendwie in die Luft zu strecken. Bei Nicole und den meisten anderen sieht das alles wie eine elegante Tai-Chi-Figur aus, aber ein Blick in die vielen Spiegel im Kursraum zeigt, dass ich eher einem verwirrten Wollknäuel gleiche.

Bei allen Übungen ist es wichtig, dass sie „fließend“ und vor allem konzentriert ausgeführt werden. Das bedeutet, man verlagert das Körpergewicht nicht einfach von einer Seite zur anderen, sondern achtet darauf, dass die Bewegung gleichmäßig und auf keinen Fall ruckartig ausgeführt wird. Die Kursleiterin erinnert uns immer wieder daran, den Rücken gerade zu lassen und – natürlich – an den richtigen Stellen ein- und auszuatmen, sodass die Figuren korrekt umgesetzt werden.

Am besten gefällt mir der letzte Teil des Workouts: die 10 Minuten Dehn- und Meditationsübungen. Man liegt am Ende nur noch auf seiner Matte und lässt nach und nach jede Gliedmaße „schwer“ (also entspannt) werden, während im Hintergrund weiterhin ruhige Musik läuft. Jeder hängt seinen Gedanken nach und vergisst im Idealfall die Welt um sich herum, bis Nicole uns einen „weiterhin entspannten Nachmittag“ wünscht und die Stunde rum ist.

Wenn man nicht unbedingt auf extremen Kalorienverbrauch aus ist (zum Vergleich: beim Bodycombat verbraucht man ca. 545 cal in 55 Minuten, bei Bodybalance sind es „nur“ ca. 340), sondern ruhige, fließende Übungen zur Steigerung der Beweglichkeit, Körperdefinierung und -straffung, sowie natürlich für die Pflege des mentalen Wohlbefindens bevorzugt, ist dieser Kurs genau richtig. Vor allem am Montag hat mir der Kurs geholfen, die Strapazen des Wochenendes hinter mir zu lassen und entspannt in die Woche zu starten. Ob ich den Kurs jede Woche mitmache, weiß ich noch nicht, aber ich denke, dass es nicht der letzte Versuch war, meine innere Mitte zu finden.

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