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sport die fünfte – ohne druck geht’s nicht

In den letzten Jahren blieb kein Ernährungskonzept von mir verschont: von Detlef D! Soosts „10 Weeks Body Change“ über Weight Watchers bis hin zur Acht-Stunden-Diät war alles dabei. Obwohl ich selbstverständlich jedes Mal top motiviert war, habe ich immer zu früh die Lust verloren und es gar nicht mehr eingesehen, so einen Aufwand für so wenig Ergebnisse zu betreiben. Ja, auch die Schlank-im-Schlaf-Geschichte hat nach zwei Wochen abdanken müssen, weil es ehrlich gesagt viel zu anstrengend und umständlich war, seine Mahlzeiten nur im 5-Stunden-Takt zu sich zu nehmen und jedes Mal mindestens eine Stunde Kochaufwand zu betreiben. Die Gerichte waren zwar wirklich lecker und zwei Kilo habe ich auch abgenommen, aber das wahrscheinlich nur, weil ich mindestens vier Mal die Woche gesportet habe.
Wenn man diese Programme konsequent durchzieht, erhält man am Ende bestimmt genau das, was man sich vorstellt. Allerdings finde ich diese komplette Lebensumstellung, die unweigerlich mit jedem Abnehm-Programm einhergeht, sehr schwierig in den Alltag zu integrieren. Man hat nunmal nicht immer Lust, frisches Gemüse zu schnippeln und ich komme mir total albern vor, beim gemeinsamen Abendessen an meinem Salat rumzumümmeln, während alle um mich herum Pizza in sich rein stopfen.

Was mir fehlt, ist ein Grund für den Verzicht. Oder anders gesagt: ich brauche ein Deadline, auf die ich hinarbeite. Es ist so wie bei meinem Lernverhalten. Ich musste immer den Klausurtermin vor Augen haben, um überhaupt ans Lernen zu denken und dann hieß es drei Tage durcharbeiten. Ohne Druck kriege ich nicht wirklich was auf die Reihe und da ist mir auch direkt eine Lösung über den Kalender gelaufen: die Fastenzeit.

 

Obwohl ich nicht besonders gläubig bin und auch nicht vorhabe, auf das Licht zuzugehen, passen die 40 Verzichts-Tage genau richtig zu mir. Wikipedia schreibt zu dem geschichtlichen Hintergrund des Festes:

Biblischer Hintergrund für die Festsetzung der Fastenzeit auf 40 Tage und Nächte ist das ebenfalls 40-tägige Fasten Jesu in der Wüste (Mt 4,2 EU). Die Zahl 40 erinnert aber auch an die 40 Tage der Sintflut (Gen 7,4–6 EU), an die 40 Jahre, die das Volk Israel durch die Wüste zog (Ex 16,35 EU), an die 40 Tage, die Mose auf dem Berg Sinai in der Gegenwart Gottes verbrachte (Ex 24,18 EU), und an die Frist von 40 Tagen, die der Prophet Jona der Stadt Ninive verkündete, die durch ein Fasten und Büßen Gott bewegte, den Untergang von ihr abzuwenden (Jona 3,4 EU).
http://de.wikipedia.org/wiki/Fastenzeit

Klingt, als hätte ich erfolgreiche Vorreiter. Dieses Jahr beginnt die Zeit – laut Internet – am 5. März ( Aschermittwoch) und endet am 19.April (Karsamstag). Moment, denke ich, und zweifel schon wieder an meinen mathematischen Fähigkeiten: das sind 46 Tage. Wikipedia kann mir auch in dieser Hinsicht weiterhelfen und erklärt, dass heutzutage die Sonntage „kleine Auferstehungstage“ seien (Detlef D! Soost würde dazu „Load-Day“ sagen, aber bleiben wir mal bei Jesus), an denen man auf die Fastenzeit pfeifen und ordentlich reinhauen soll.
Im ersten Moment finde ich das richtig gut, aber im nächsten denke ich mir: ganz oder gar nicht. Mal sehen, wie das dann in der Umsetzung aussieht.

Ich habe ja noch einige Tage Zeit, um mich seelisch auf den ganzen Spaß vorzubereiten und meinen Verzicht genau zu definieren. Klar ist, dass es mir egoistischerweise nicht darum geht, in dieser Zeit zum Beispiel auf Fleisch und Fisch zu verzichten und somit etwas für die Umwelt und Tier zu tun, geschweige denn das „Gebet zu pflegen“ und Almosen an Bedürftige zu verteilen (bin ja selber immer pleite). Es geht simpel gesagt um mich selber und meine bereits erwähnte bikiniähnliche Figur.

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