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Skepturion: Der letzte Sucher

Er war auf einem Schlachtfeld, die Schüsse verfehlten ihn nur knapp, trafen die Trümmer und die Raumschiffe, warfen seine Waffenbrüder zu Boden und ließen die Umgebung rot leuchten. Alles schien wie in Zeitlupe abzulaufen: Die Skepturianer stießen ihr typisches widerwärtiges Kreischen von sich, während sie sich durch die Reihen der Menschen von Khardan kämpften. Er visierte den nächstbesten schwarzhäutigen Skepturianer an, dessen rotglühenden Augen ihn ebenfalls erfassten.

Dann traf ihn der Schuss, und er stürzte… alles drehte sich, und er hörte seinen eigenen Atem immer lauter werden, während sein Herz wie verrückt schlug und schlug, als ob es aus seinem Körper entkommen wollte. „John“, rief eine Frauenstimme. . „John, hilf mir!“

Dann schlug er die Augen auf.

Das erste, was er sah war eine durchsichtige Wand, die vor ihm lag. Er hob die Hände und berührte sie: Es war kein Glas, soviel konnte er spüren. Er blickte nach links und rechts, und erst dann spürte er die Gurte, die seinen Oberkörper an eine Wand hinter ihm fesselten. Wo bin ich? Das war das erste, was ihm durch den Kopf ging. Er wandte sich nach links und rechts, und erblickte strahlend weiße Wände, welche denen glichen, die hinter der durchsichtigen Wand lagen. Hatte man ihn gefangen genommen? Er ballte die Hand zur Faust, um auf die durchsichtige Wand einzuschlagen…

…als diese plötzlich zur Seite glitt und sich die Gurte lösten. Er fiel vornüber und landete auf einem weißen Boden, das gleiche weiß wie überall in seiner Nähe auch. Die Luft roch nach Elektronik und von weiter entfernt konnte er ein Rattern hören. Er machte ein paar Schritte nach vorne, bis sich seine Augen an die Helligkeit gewöhnt hatten, dann erst erkannte er die Zellen, die überall an den Wänden angebracht waren und seiner in jeder Hinsicht glichen. Die meisten von ihnen waren leer, doch in ein paar wenigen von ihnen konnte John Menschen erkennen.

Ein dunkelhäutiger Mann war in einer Zelle weit oben gefesselt und hatte die Augen geschlossen, während eine blondhaarige Frau weiter unten zitterte und etwas zu sagen schien. John wollte sie genauer betrachten und möglicherweise aus ihrer Gefangenschaft befreien, als er plötzlich Schritte hörte.

„Der da ist wach.“ Erklang eine gelangweilte Männerstimme hinter ihm. „Bringt ihn zu den anderen. Sonst noch jemand?“ diese Stimme schien ebenfalls einem Mann zu gehören und klang tief und rauchig. Er stellte fest, dass er nichts außer einer Hose trug, als ihn die beiden Männer von hinten packten und ihn ein Windzug streifte. Er war viel zu verwirrt, um sich zu wehren. Wo war er, und wer waren diese Menschen? Was hatten sie mit ihm vor?

„Nein, sonst ist da keiner mehr.“ Erwiderte eine kühle Frauenstimme, während ihn die beiden Männer in einen Gang zogen. Einer von ihnen war groß und breitschultrig und trug eine Sonnebrille, die seine Augen verbarg. Der andere war kleiner und dünner, und er besaß eine fast schon weiße Haut und hellgrüne Augen, die sich sobald er den Blick auf sich ruhen spürte, auf John richteten und ihn zu durchleuchten schienen. John wandte schnell den Blick ab und folgte den beiden Männern, die ihn jedoch mehr zogen als dass sie ihn selbstständig laufen ließen. Haben sie Angst, dass ich fliehe? Dachte John, als plötzlich eine dunkelhaarige Frau vor ihnen auftauchte, die eine ebenso helle Haut besaß wie der kleinere der beiden Männer.

„Kommt er auch von Skepturion?“ fragte sie, und John erkannte, dass sie die Frau mit der kühlen Stimme war. Der Mann mit der Sonnenbrille nickte. „Ja. War fast in seinem eigenen Blut ertrunken, als wir ihn fanden.“ Die Frau musterte ihn eindringlich, dann nickte sie und es ging weiter den Gang entlang.

Vor ihnen tauchte eine elegante schwarz-weiße Tür auf, die nach oben fuhr, sobald der Hellhäutige einen Schalter betätigte. Eine Schlange aus Menschen rauchte vor ihnen auf, die allesamt mehrere Schalter passierten, die John merkwürdig bekannt vorkamen, und schließlich in unterschiedliche Richtungen verschwanden. Was ist das hier? Ein Labor? Dachte er. An jedem der Schalter stand ein Mann, und jeder, der an einem Schalter vorbeikam, hielt kurz an. Es folgte ein kurzer Wortwechsel, und schließlich ging es zum nächsten Schalter, beobachtete John.

Die beiden Männer zogen ihn mit bis zum ersten Schalter, dann ließen sie ihn los und verschwanden. Vor John stand eine Frau. „Name?“ fragte der Mann hinter dem Schalter barsch. „Ich… habe keinen…“ antwortete die Frau verwirrt. „Gut. Links weiter.“ Zwei in weiße Anzüge gehüllte Personen, die den gesamten Körper verbargen, führten sie links weiter. An ihren Hüften hingen Schlagstöcke.

„Name?“ erklang es plötzlich neben ihm, und er erkannte, dass er an der Reihe war. „John.“ Antwortete er und erinnerte sich an die Frauenstimme, die seinen Namen gerufen hatte.

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