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Moderat Konzert – mehr als moderat!

moderat

Einfach unglaublich. MODERAT sind ein gemeinsames Projekt von Modeselektor und Apparat, ein DJ-Duo und ein Musiker. Und sie machen elektronische Musik vom Feinsten – fantastisch!

Am 6.März haben sie im Dortmunder FZW gespielt und kurz entschlossen habe ich mich entschieden, mir diese Gelegenheit nicht entgehen zu lassen – sie war es absolut wert! Aber beginnen wir am Anfang: Ich komme nach einer anstrengenden Vorabiklausur zum FZW, nicht besonders pünktlich zum Einlass, doch die Halle ist immer noch recht leer. Dabei sah es auf den Videos und Fotos doch immer so voll aus? Kurz nachdem das Konzert eigentlich beginnen sollte, spielt ein Typ auf einem der Synthesizer – ist das etwa schon die Vorband?!
Nein, glücklicherweise nicht. Kurze Zeit später tritt nämlich Anstam auf die Bühne und legt mit seiner Show los. Wobei ich etwas zynisch doch sagen muss, dass “Show” wahrlich übetrieben ist. Er steht da an seinem Pult, drückt auf den Knöpfen rum und nuschelt ab und an mal was ins Mikrofon, das man durchaus mit “Blablabla” ersetzen könnte und an der Musik würde es nichts ändern. Ansonsten wird sein Logo auf eine große, durchscheinende Wand projeziert. Die Musik lässt sich mit Gesaffelstein vergleichen, also nicht schlecht, allerdings lässt die Klangqualität zu wünschen übrig – nachdem er fertig ist, habe ich das Gefühl, dass meine Ohren abfallen. Und meine Ohren sind von vielen Konzerten so einiges gewöhnt.

Als Moderat dann aber die Bühne betreten, rastet die mittlerweile voll gefüllte Halle aus – die drei legen erst zögerlich mit wenig Lichtshow los, beim zweiten Song, meinem Lieblingslied “New Error” kommen die Effekte jedoch direkt perfekt zur Geltung. Es sind vier zur Mitte angeordnete weiße Wände platziert, auf die mehrere Scheinwerfer gerichtet sind und die mithilfe von Nebelmaschinen einzigartige 3D-Illusionen erschaffen. Zuerst nur wabernde weiße Masse, dann Hände, die immer größer werden, später Gesteinsbrocken, die durch scheinbar unendliche Galaxien schweben. Dazu der wabernde Bass, der tief in den Körper eindringt und einen mit diesem wundersamen Gefühl tanzen lässt, als ob es nichts anderes gäbe, ein zeitloser Moment.
Bei “Bad Kingdom”, der ersten Single vom zweiten Album “II” singen alle die wenigen Textzeilen mit, mittlerweile bewegen sich alle Leute, wie von Marionettenfäden geführt, mit dem Beat und zur Melodie. Das Video in riesig groß unterstützt den Effekt eines Drogen-Trips, eines Wurms, der sich Wege durch den Kopf frisst, bis er einen ganz erfüllt. Dazwischen holen einen die drei Künstler, die mit bürgerlichen Namen Gernot Bronsert, Sebastian Szary (Modeselektor) und Sascha Ring (Apparat) heißen, immer wieder zurück in die Gegenwart, indem sie mit dem Publikum reden und man merkt, wie sie sich im Laufe des Konzerts auflockern, auch mal zarte Witze machen. Ansonsten sind sie eher verschlossen, stehen hinter ihren Pulten, nur Apparat spielt zwischenzeitlich passend zur elektronischen Musik auf seiner Gitarre und singt melancholische Melodien ins Mikrofon.
Das Konzert geht nach knapp zwei Stunden viel zu schnell vorbei, nach erneutem Fordern nach dem Song “Therapy” spielen sie diesen tatsächlich als letzte von mehreren Zugaben. Nachdem sie noch mehrere Fotos mit dem Publikum geschossen haben, verlassen die drei sympathischen Musiker die Bühne und lassen eine völlig durchschwitzte Menge zurück.
Dieses Konzert war definitiv nicht bloß moderat – es war brilliant!

Hört mal rein:  Moderat – “Bad Kingdom”

Und falls ihr nun Interesse bekommen habt – für das Juicy Beats hier in Dortmund sind Moderat leider noch nicht zugesagt, dafür aber beim Hurricane Festival und beim MELT!Festival.

 

 

 

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