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Kultur & Games: Superbrothers: Sword & Sworcery EP

Dieses Mal soll es um das Spiel „Superbrothers: Sword & Sworcery EP“ gehen.

Eine digitale Außnahme – Erfahrung, der die Bezeichnung „ Spiel “ eigentlich nicht ganz gerecht wird.

Die Skythische Kriegerin, die genau genommen nicht viel mehr als ein schemenhafter Pixelberg ist, durchstreift eine mysteriöse Pixelwelt. Sie begegnet Wölfen und Dämonen, aber auch friedfertigen Begleitern wie dem Hund und dem Mädchen. Sie kann kämpfen und laufen und träumen und zaubern. Und wenn man Glück hat, hat man bis zum Ende des Spiels vielleicht auch verstanden worum es die ganze Zeit lang ging.

In dieser strikt in 2D und Retro-Grafik gehaltenen Welt, in der Blumen aus schätzungsweise 4 Pixeln bestehen, muss man sich also als Spieler zu recht finden. Eigentlich ist Superbrothers eine Art Rollenspiel – oder Abenteuer & Actiongame. Man kann eine Welt erforschen, herumlaufen und mit ihr, auf sehr intuitive Art, interagieren. Beispielsweise wenn man einen Regenbogen durch schnelle Bewegungen mit der Maus sichtbar machen muss. Solche Aufgaben erledigt man mit der linken Maustaste. Mit der rechten gelangt man in einen Kampfmodus, in dem man blocken und mit dem Schwert zuschlagen kann. Allerdings ist dies kein Kampfspiel. Vielmehr soll es, laut den Entwicklern, eine Art „Soziales Experiment“ sein: Man weiß von Anfang an nicht wirklich worum es geht. Es gibt keine Dialoge in denen man Antworten wählen kann, nur kryptische Sätze und Gedankengänge der Spielcharaktere. Manchmal sprechen die Entwickler selbst zu einem. Alles auf Englisch, allerdings.

Das Wasser spiegelt trotz der Pixelgrafik realistisch die Umwelt wieder.

Die Welt wirkt trotz Pixeloptik extrem lebendig und dynamisch. Meistens streift man durch Wälder, durch Wiesen und Täler. Manchmal zieht es einen in die Berge, oder gar in die weite Steppe. Auch in dunkle Höhlen wagt man sich. Man wird Vögel, Kaninchen und Rehe entdecken, die zwischen den Bäumen umherlaufen.

 

 

Die Farbgestaltung bleibt dabei meistens sehr erdig und natürlich. Im Verlauf des Spiels erhält man neue Gegenstände wie zum Beispiel ein Buch, mit dem man die Gedanken der Hauptcharaktere im Spiel lesen kann die einen begleiten. Darüber erhält man wertvolle Informationen zum Vorankommen in der Spielwelt.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Soundtrack des Spieles von Jim Guthrie. Beginnend bei entspannenden Hintergrundgeräuschen, über sanfte elektronische Klänge, bis hin zu ganzen instrumentalisierten Stücken, strotzt der Soundtrack nur so vor positiver Eigenartigkeit. Passend zu den Aktionen – die man in der Spielwelt macht – ertönen Geräusche. An einer Stelle muss man beispielsweise einen kleinen Geist erwecken und ihn gen Himmel schicken in dem man ein gleißendes Licht anklickt. Es ertönt ein Geräusch. Dann erscheint der Geist in der Luft, aber er sinkt langsam wieder zum Boden. Klickt man ihn erneut an, erscheint ein elektronischer Sound, der fast so klingt als würde der Geist vor Glück schreien, lachen und weinen. Jedes mal wenn man ihn erneut anklickt, erklingt der Sound in einer anderen Tonlage, wodurch man quasi selber bestimmt wie oft der Sound erklingt und somit passiv während des Spielens musiziert. Der Sound wird zu einem Teil der Rätsel.

Dazu passend wird man eine Schallplatte als eines der Leitmotive des Spiels häufig wiedererkennen. Wechselt man zum Beispiel in eine Traumwelt, so erscheint eine kurze Einblende, in der eine Platte von Side A auf Side B wechselt. Auch andere Leitmotive, sowie das immer wiederkehrende, nahezu kryptisch anmutende Dreieck leiten durch das gesamte Spiel und verleihen diesem eine ganz besondere, geheimnisvolle Atmosphäre, fast wie in einem interaktiven Märchen, dessen Bedeutung es zu verstehen gilt.

Auf ihrem Weg durchstreift die Skythische Kriegerin auch Gebirge.

Die Story ergibt sich aus den Dingen, die man während seiner Reise erlebt und liegt irgendwo zwischen dem Zugang zu sich selbst finden und zu verstehen was man gerade tut, um die märchenhafte Welt von dem Bösen befreien. Vielleicht ist das Böse aber auch nur die Barriere des Ich’s, die man auch überwinden muss, wenn man Superbrothers: Sword & Sworcery EP entspannt spielen möchte.

 

Auch hier kann man behaupten, dass die Entwickler aus Kanada mehr geschaffen haben als ein gewöhnliches Abenteuerspiel. Es ist Kunst. Und das merkt man, wenn man es spielt.

Zum Schluss hier noch ein Trailer, der wahrscheinlich mehr sagt als jener Artikel:

 

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