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Kultur & Games: Amnesia: The Dark Descent

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Während man in Ego-Perspektive stets nach einer neuen potentiellen Lichtquelle suchend durch die dunklen Gänge des Schlosses rennt, werden die Geräusche immer fremder, beängstigender. 

 

Schatten springen an den Wänden. Sind sie von einem selbst? Oder von den Gestalten die einen verfolgen? Wir haben keine Zeit um darauf zu achten. Nur eins zählt. Wir müssen uns verstecken.

Ungefähr so spielt sich Amnesia: The Dark Descent. Der Name der Spielfigur ist Daniel. Wir befinden uns im Schloss Brennenburg in Preußen um 1840.
Wie der Name des Spiels bereits vermuten lässt, leidet der Protagonist an Gedächtnisverlust. Langsam erinnert sich Daniel im Laufe des Spiels in zahlreichen traumähnlichen Sequenzen an das, was in diesem Schloss geschehen sein muss. In den dunklen Korridoren, Räumen, Hallen und Kellern finden wir immer wieder Kadaver und unheimliche Wesen. Doch anders als in den meisten Spielen können wir nicht kämpfen. Wehrlos stehen wir den Schrecken aus der Dunkelheit gegenüber. Wir sind gezwungen zu fliehen.

Doch eine noch viel bedrohlichere Macht für Daniel als diese Wesen ist die Dunkelheit und die damit einkehrende Angst selbst. Befindet er sich im Dunklen verschwimmt das Bild, wir hören schreckliche Geräusche, Stimmen, Schritte die uns verfolgen und Schreie. Je länger wir im Dunklen bleiben, desto heftiger werden diese Angstzustände. Abhilfe schafft da nur eine Öllampe, für die wir regelmäßig Öl finden. Trotzdem ist der Vorrat begrenzt. Wir müssen also stets darauf achten nicht zu viel Öl zu verschwenden und die Lampe nur zu entzünden wenn wir sie wirklich brauchen.

Die Lampe spendet zwar Zuflucht vor der Dunkelheit, lockt dafür aber auch unheimliche Gestalten an.

Außerdem lösen wir Rätsel, in denen wir Bestandteile einer kaputten Maschine suchen und sie anschließend einbauen, um sie wieder in Gang zu bringen, oder bauen uns aus Holzkisten Kletterhilfen. Wir suchen brüchige Stellen in Wänden, um sie einzuschlagen, oder lesen in alten Notizen nach, um das richtige Mischverhältnis zum Erstellen einer Chemikalie zu bekommen.

So schleichen und rennen wir durch das gesamte Schloss und stoßen immer tiefer vor in die Erinnerungen von Daniel und versuchen zu verstehen, warum wir hier sind und was hier passiert ist.

Meistens hat man jedoch Angst. Man weiß nie was einen hinter der nächsten Tür erwartet. Oftmals ist es jedoch nur die eigene Angst, denn auf wirkliche Gegner stößt man nur selten und immer dann, wenn man am wenigsten mit ihnen rechnet. Dann verfolgen sie einen und es bleibt einem nur, den Raum zu verbarrikadieren und sich im Schrank zu verstecken, darauf hoffend, dass sie einen nicht finden.

In der Dunkelheit kann man sich gut verstecken.

Amnesia: The Dark Descent spielt hervorragend mit der ursprünglichen menschlichen Angst. Anders als bei anderen Spielen dient die Waffe nicht als Ausweg aus den unheimlichen Situationen, sondern wir müssen der Gefahr den Rücken zudrehen und fliehen. Ob nur vor der Dunkelheit oder einem Wesen.

Das Spiel erzeugt mit einfachen Mitteln eine dichte gruselig-poetische Atmosphäre, in der Gewalt keine Lösung darstellt um die Angst zu bekämpfen und erinnerte mich teilweise gar an Bram Stoker’s Dracula. Wenn Angst und Furcht etwas mit Kunst zu tun haben, dann ist dieses Spiel ein wahres Kunstwerk.
Vor allem Nachts. Alleine. Mit Kopfhörern.

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