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Interview mit Kim von Vegan Wonderland/ Vegan Wondercake


Around U: Hallo Kim, erstmal danke, dass du dir für uns Zeit genommen hast! Uns interessiert natürlich sehr, ob du heute einen Zuwachs an eurem Stand verzeichnen konntest durch deine Fernsehpräsenz beim „Perfekten Dinner“.

Kim: Sehr gerne! Also, es tut sich natürlich jedes Jahr was. Es ist ja jetzt schon der sechste oder siebte Veggie Street Day, und wo es am Anfang nur ein paar Stände waren, sind es mitlerweile etwa 65 Stände und super viele Besucherinnen und Besucher, und ich merke das an unserem Stand auch. Viele sagen, sie haben mich im Fernsehen gesehen und möchten ein Autogramm oder ein Foto machen oder einfach mit mir reden, und das ist natürlich total schön. Vorhin war auch jemand da, die hat gesagt: „Ich bin Vegetarierin gewesen und als ich das bei dir gesehen habe – ja, ab jetzt lebe ich vegan!“ Ich hab mich so gefreut und musste sie auch erstmal umarmen, weil das natürlich total genial ist!

Around U: Also du merkst auch, dass du Leute dadurch auch persönlich erreichen konntest?

Kim: Ich kann auf jeden Fall sagen, dass ich viele Leute durch das „Perfekte Dinner“ erreicht habe. Da hatte ich nach der Woche über 450 Zuschriften wovon bestimmt 120 Leute sofort geschrieben haben, dass sie ab jetzt vegan leben wollen. Und ich saß dann nach der Woche da und hab geheult, weil ich so glücklich war, dass es so viele Leute erreicht hat und so viele aufmerksam geworden sind. Ich merk das ja auch durch das Café und durch den veganen Supermarkt hier in Dortmund. Es kommen sehr viele Leute, sie werden aufmerksam, sehen wieviel Auswahl es gibt und wie einfach das ist. Das ist dann natürlich immer total schön, weil so kann man die Leute dafür interessieren.

Around U: Und würdest du sagen, dass Dortmund eine „vegetarische/vegane Stadt“ ist? Also wenn du es im Vergleich mit anderen Städten siehst, kannst du da sagen, dass es hier präsenter ist als in anderen Städten?

Kim: Ich bin der festen Überzeugung, dass der Veganismus in Dortmund ein bischen präsenter ist, weil wir uns da echt ins Zeug legen und da immer mal wieder in der Zeitung sind und in den Medien. Wir werden aber auch super von allen aus der Stadt angenommen, auch von allen anderen Einzelhandelsvertretern. Das ist total toll und da freuen wir uns auch riesig, dass da Dortmund so offen für ist, das hilft natürlich. Und ich denke, wir können uns da auch mit so einer Stadt wie Hamburg oder Berlin messen, auch wenn es da mehr Auswahl gibt. Es gibt ja auch außer uns noch zwei, drei andere Locations, wo man gut als Veganer/in essen kann. Es lohnt sich also schon, mal in Dortmund einen Halt zu machen!

Around U: Hast du denn heute auch schon negative Erfahrungen gemacht? Sind Leute beispielsweise an eurem Stand vorbeigegangen und haben sich negativ geäußert?

Kim: Bisher habe ich noch keine negative Kritik oder Aussagen gehört. Das gibts natürlich immer mal wieder – viele verstehen das nicht oder können es nicht nachvollziehen. Aber da bin ich auch ganz offen: wenn sich da jemand negativ zu äußert, unterhalte ich mich auch gerne mit der Person darüber, vielleicht hat er oder sie ja trotzdem Interesse, was zu lernen!? Und ich meine – ich finde, wir haben trotzdem die besseren Argumente.

Around U: Du hast das ja beim „Perfekten Dinner“ auch immer sehr geduldig und lieb erklärt!

Kim:  Ja, das ist auch wichtig. Es ist wichtig, dass man die Leute da ganz langsam ranführt. Nicht weil sie irgendwie dumm sind, sondern weil die meisten einfach ihr ganzes Leben lang anders gegessen haben und auch durch die Medien anders beeinflusst wurden. Und dann kommt jemand, der sagt, „Ach übrigens, das was du isst, das ist nicht gut“ – da muss man die Leute ganz langsam ranführen. Ich hatte beim „Perfekten Dinner“ auch ein echt positives Feedback. Die Damen, mit denen ich das gemacht habe, davon waren eigentlich alle richtig super, vielleicht bis auf eine Person. Und wir haben uns auch nach dem Dinner nochmal wiedergetroffen und ich stehe auch immer wieder nochmal in Kontakt mit ihnen. Es war ja beispielsweise eine Kandidatin dabei, die kam am ersten Abend mit einem Pelzkragen bei mir an. Die hat am Ende der Woche zum Beispiel auch gesagt – nachdem ich ihr sagte: „Du, auch im kleinsten Nerzfellkragen hat einmal ein Herz geschlagen“ – dass sie das so unbedarft gekauft und es einfach nur als schön empfunden hat. Und dass sie in Zukunft darauf achten wird, und so etwas nicht noch einmal kaufen wird. Ich denke das hätte man auch nicht erreicht, wenn ich direkt am ersten Abend gesagt hätte „Du kannst deine Jacke mal schön draußen hin hängen!“ oder „Ach übrigens, die Jacke hab ich schonmal weggeworfen!“. Nein, da muss man die Leute da abholen, wo sie sich gerade befinden und da halt auch offen sein – dann ist der Gegenüber auch offen.

Around U: Vielen lieben Dank für das Interview!

 

1 Kommentare

  1. Sylvia sagt

    Guten zusammen,
    ganz große Klasse, was diese Wondercake-Crew da gemacht hat.
    Macht weiter so und seit für andere Menschen ein Vorbild.
    Alles Gute, viel Erfolg und weiterhin gutes Gelingen beim veganen Backen.
    Herzliche Grüße Sylvia

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