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Happy Holi!

„Es wird erzählt, dass König Kashyap, der einst den nördlichen Teil Indiens beherrschte, seinen Untertanen befahl, ihn als Gott zu verehren. Alle gehorchten ihm mit Ausnahme seines Sohnes, Prahlad. Er war ein Anhänger des Gottes Vishnu.
Der König, zornig über Prahlads Verhalten, beschloß, ihn zu töten. Prahlad jedoch überlebte jeden Versuch und wurde schließlich zum Tode durch Verbrennung verurteilt.
Der König hatte eine Schwester, namens Holika. Sie hatte den Segen eines Asketen, daß Feuer ihr nichts anhaben könne. Kashyap sah darin eine günstige Gelegenheit, endlich sein Ziel zu erreichen und bat sie, sich mit ihrem Neffen im Schoß in ein Feuer im Freien zu setzen. Holika willigte hierzu ein, die Ereignisse nahmen jedoch einen merkwürdigen Verlauf und Holika starb in den Flammen während Prahlad überlebte. Von diesem Tage an wurde das Holi Fest (von Holika abgeleitet) als der Sieg der Gläubigen über die Nichtgläubigen gefeiert.

Alte Feindseligkeiten sind längst vergessen und ein allgemeines Kameradschaftsgefühl hat sich durchgesetzt.“

Nach Stationen in Berlin, Stuttgart und Leipzig, kommt das „Fest der Farben“ zum ersten Mal nach Dortmund, genauer gesagt in den Fredenbaumpark. Binnen weniger Stunden sind die 10.000 Karten ausverkauft.

Ab 12Uhr, dürfen die Besucher den Bereich des Festivalgeländes auf der großen Fredenbaumwiese betreten.

Für 17 Euro Eintritt bekommt man ein eigens für das Festival in der Stadt designtes Armbändchen. Für 5 Euro einen  Farbbeutel.

Trotz des Festivalbändchens durfte man das Gelände nicht verlassen, man erhielt also kein Wiedereintritt auf die Festwiese, was den Sinn des Bändchens in Frage stellte.

Zusätzlich zu den Farbbeutelstand gab es mehrere Fast-Foodstände, bei denen z.B Pommes oder Bratwürste für Festivaltypische Preise angeboten wurden. Eine Besonderheit war, das man auf dem Gelände nicht mit Bargeld bezahlen konnte, sondern sein Geld in so genannte Holi-Bon´s umwechselte (Wert 1 Euro / 50 Cent).

 

 

 

 

 

 

Der erste Abwurf der Farbbeutel begann um 15 Uhr. Stündlich wurde dies dann wiederholt. Livemusik gab es von verschiedensten Künstler wie u.a  dem Bombay Boogie Soundsytem, die eine Mischung aus traditioneller indischer und elektronischer moderner Musik kombinierten. Das Feste endete mit dem letzten Abwurf der Farbbeutel um 22 Uhr.

 

 

 

 

 

 

Hier die Infos zum Original:

In Indien dauern die Holi-Festlichkeiten bis zu 10 Tage. Die Vorbereitungen finden schon einige Tage zuvor statt. In den Straßen und auf den Märkten werden die verschiedenen Farbpulver, Wasserpistolen (Pichkaris) und Süßigkeiten verkauft. Es gibt zwei verschiedene Pulversorten : Die Einen werden in Wasser aufgelöst, die Anderen benutzt man in trockenem Zustand. Die Farbgranulate werden zuerst in Wasser aufgelöst und von den Kindern in Pichkaris gefüllt während die Erwachsenen es vorziehen, die Farbe direkt aus dem Eimer zu verspritzen.
Die trockene Farbe, Gulal genannt,wird für Gesicht und Hände verwendet

Einen Tag vor dem Fest, versammeln sich die Einwohner jeder Gemeinde, zünden ein großes Feuer an und feiern die Verbrennung von Holika, dies gilt auch als Symbol des Reinigungsprozesses und der Zerstörung aller Unreinheiten. In den nächsten Tagen wird dann gemeinsam gefeiert, gegessen und Musik gemacht.

Das Fest der Farben ist ein hauptsächlich im Norden Indiens gefeiertes Fest, dass in anderen Landesteilen verschiedene Namen hat (es wird auch als Phagwah oder, wie etwa in Bengalen, als Dol Yatra bezeichnet. Im Süden Indien´s kennt man es als Kamadahana).

Im spirituellen Bereich vermittelt es die Botschaft vom Triumph des Guten über das Böse. In der Natur dagegen markiert es den Sieg des Frühlings über den Winter, deshalb beginnt das Fest mit dem Aufblühen der Pflanzen. Ein wichtiger Punkt ist den Menschen auch der Versöhnungsaspekt, denn es heißt, dass man in diesen Tagen auch alte Streitigkeiten begraben soll. Häufig ist es üblich, zu Holi ein Thandai, ein starkes Getränk, dass aus getrockneten Früchten, Zucker und Bhang (cannabis) zubereitet wird, zu trinken.
Termine für´s Holi in Indien sind:
2012 8.März // 2013 27.März // 2014 17.März // 2015 6.März

In Europa wird das Fest für kommerzielle, Party-ähnlichen Events verwendet, wie eben das Holi Festival of Colours, dass 2012 als erste kommerzielle Veranstaltung dieser Art in Deutschland seinen Auftakt in Berlin hatte.

Und das sind die Köpfe hinter der Idee, das Holi Festival nach Deutschland zu bringen:
Jasper Hellmann, Max Riedel und Maxim Derenko, die das Fest in Indien mitfeierten und davon so begeistert waren, dass sie beschlossen, dieses Konzept auch in Deutschland bekannt zu machen.

Jedoch hat dieses Event mit den Festen in Indien nicht all zuviel zutun.

Auf tiefgründige religöse und spirituelle Zeremonien wird leider verzichtet, man hat sich schon  ein bisschen mehr Nähe zum Original gewünscht.

Die Deutsche Version ist kommerziell aufgebaut und überzeugt ausschließlich durch Musik und der partyähnlichen Atmosphäre. Mit einzelnen Ständen hat man wohl versucht, die Indische Kultur etwas näher zu bringen. Dies machte aber eher den Eindruck, die Einahmen des Festivals zu steigern.

 

 

 

 

Fazit:                                                                                                                                                                                                                             Alles in allem war es interessanter, bunter Tag, wenn man keinen Vergleich zum Original zieht und einfach Spaß haben will. Es macht Lust auf mehr, jedoch nicht auf die kommerzielle Version, sondern auf das tiefgründige, traditionsreiche Unikat.

 

 

         
         

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