ALLE ARTIKEL, ALLTAGSPROBLEMCHEN
Schreibe einen Kommentar

Gnadenlos orientierungslos

SCN_0001

Vor 16 Jahren

“Wenn wir dich drei Straßen weiter aussetzen würden, würdest du nie wieder nach Hause zurück finden!”

Heute

Es gibt sie – Menschen ohne Orientierungssinn, sie leben mitten unter uns und ich bin eine von ihnen. Damit meine ich nicht, dass ich einen schlechten Orientierungssinn habe. Ich habe keinen, gnadenlos.

Laufe ich eine Strecke von 1000m, muss ich mir die Strecke bewusst einprägen, sonst schaffe ich den Rückweg nicht. Für einen Laufweg von 2min brauche ich schon einmal 10min, weil ich zahlreiche Umwege laufe. Wenn ich in einem fremden Land, einer fremden Stadt oder einem fremden Stadtteil bin, schaue ich mich ratlos um. Entscheide ich mich intuitiv für einen Weg, ist es der Falsche. Nehme ich bewusst nicht den Weg, der ersten Wahl, ist es auch nicht der Richtige. Die Chance auf direktem Weg an mein Ziel zukommen, steht bei 10%.

Was machen die Orientierungslosen, um sich in der Welt zurechtzufinden?

Gruppen-Trips kommen uns entgegen, über den Weg muss nicht nachgedacht werden. Wird über den Weg diskutiert, verweist man auf seinen nicht vorhandenen Orientierungssinn. Das wird meist sofort akzeptiert, spätestens nachdem man  alle einmal ins Nirgendwo navigiert hat.

Machen sich Menschen ohne Orientierungssinn allein auf den Weg, wird es schon schwieriger. Die erste Hilfe bietet natürlich Google-Maps. Leider ist es nicht immer die beste Hilfe, um ans Ziel zukommen. Maps schickt einen öfters auf Umwege, zusätzlich muss das Google-Maps-Bermudadreieck rund um den Kölner Dom angeführt werden. Befindet man sich in der Nähe des Doms, reagiert Maps weitestgehend nicht oder man wird als erstes ein paar Runden um den Dom geschickt.

Für die Orientierungslosen ist das gute alte “nach dem Weg fragen”, die beste Methode um ihr Ziel zuerreichen. Das Ziel betreffend, sollte man Name, Adresse und Geschäfte in seiner Umgebung kennen. Oft sind Leuten Institutionen und Straßennamen nicht bekannt, bekannte Geschäfte kennen die meisten. Wenn man zum Nachfragen anvisiert, ist auch nicht ohne Wertigkeit. Zunächst sollte man einen Einwohner erwischen. Nicht Leute zu fragen, wenn jene den Eindruck erwecken, euch verschleppen zuwollen, muss nicht weiter ausgeführt werden. Aus eigener Erwahrung kann icht raten, ältere Menschen nach dem Weg zu fragen. Im Gegensetz zu jungen Leuten kennen sie meist Institutionen und Straßen. Bester Ansprechtpartner sind Mitarbeiter von öffentlichen Verkehrsunternehmen, sie kennen die Umgebung. Öffentliche Verkehrsmittel sind ein weiteres Hilfsmittel der Orientierunslosen, jeder Meter der mit Bahn oder Bus zurückgelegt wird, ergibt weniger Strecke zum Verlaufen. Den Grundsatz “Treppe vor Rolltreppe usw.” darf man in diesem Fall außer Kraft setzen.

Und so lebe ich weiter, Tag um Tag gnadenlos orientierungslos. Bis eines Tages, das einwandfrei funktionierende Navigationssystem zum Implantieren entwickelt wird.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>