RAINY MONDAY
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Fortsetzungsgeschichte „Familienfluch“- Teil 19

Die Sonne ging bereits unter, als er den Countdown startete. Das Ungeheuer und die Bestie, für immer vereint, dachte er grimmig, während er die untergehende Sonne betrachtete, die den Himmel so rot wie sein blutiges Messer färbte. Wenn der Countdown abgelaufen war, würde er sich nicht mehr um den verdammten Timothy Rayden Junior kümmern müssen. Die Bestie würde einen grausamen Hunger haben, und sie würde auf die Jagd gehen, ohne dass er es ihr befehlen musste.

Das neue Jahr würde mit einem wahrlich großen Knall beginnen, und er würde hier oben stehen und sich halb tot lachen über das, was die Bestie mit der Stadt tun würde. Oder zumindest mit dem, was die Bürger, diese Unwissenden Ameisen tief unter ihm, für die Stadt hielten. Von der Stillen Kirche aus sah alles so klein aus, als könnte man es mit den Fingern zerdrücken. Er erinnerte sich an diesen Narren Tom Moonfire und seine Worte über Gerd Moonfire, den noch viel größeren Narren. Sicher, Gerd hatte sich über die Stille Stadt so genau informiert wie sonst niemand- mit Ausnahme von Mary Rayden- doch er war zu den falschen Schlüssen gekommen. Dabei hätte er einen wahrhaft prächtigen Erben als Maskenträger abgegeben, genau wie auch Tom.

Jetzt hatte sich Tom jedoch sein eigenes Grab geschaufelt, und dabei hätte man annehmen können, Tom Moonfire sei dem Roten Mond gefolgt, genau wie viele Moonfires vor ihm… Doch jetzt würde der Rote Mond sie alle in den Abgrund zerren, und das Ungeheuer war das einzige, das nichts zu verlieren hatte. Ungeheuer und Bestie, vereint für immer. Er zog sein Messer und wischte das Blut an seiner Kleidung ab, um es dann zu wetzen, während die Sonne ein letztes Mal unterging, und vermutlich nie wieder aufgehen würde.

Von der Stillen Kirche konnte man die Graysson-Bridge gut erkennen, und auch den Friedhof, auf dem sich das Grab Mary Raydens befand, dass George Rayden besucht hatte. In den Selbstmord hatte man die Arme gezwungen. Das Ungeheuer war es nicht gewesen, wenn es sich auch für Mary Rayden interessiert hatte. Um ehrlich zu sein wusste nicht einmal die Maske etwas darüber, seine zweite Gestalt, die ihm immer dort half, wo er nicht weiterkam, sein treuer Ratgeber und Begleiter, den er nur ungern an einen Nachfolger abgeben würde… Doch es würde ja gar keinen mehr geben, ging es ihm durch den Kopf, und er lachte laut.

Es würde alles aufhören, wie es angefangen hatte: mit dem Neuen Jahr, und dann würde Stille herrschen. Stille für immer.

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