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Fortsetzungsgeschichte „Familienfluch“- Teil 16

In der Dunkelheit konnte Mary kaum etwas erkennen. Es dauerte eine Weile, bis sich ihr Herzschlag einigermaßen beruhigt hatte, und selbst dann spürte sie immer noch die Panik, die von ihrem Körper Besitz ergriffen hatte. Das war’s dann wohl mit der seelenruhigen Art, dachte sie, als plötzlich ein Scharren genau hinter ihr ertönte. Es klang ähnlich wie das Scharren, das hinter ihr auf der Brücke erklungen war, als der Maskenträger mit seinen Fingernägel über das Geländer gekratzt hatte… und doch anders.

Holz, dachte sie. Fast zeitgleich erschienen wieder die Bilder von der blutüberströmten Carmen vor ihren Augen. Der Maskenträger hatte sie vor ihren Augen enthauptet, und sie danach zu Boden geschlagen. Nur noch burchstückweise erinnerte sie sich an sein Aussehen: braune, kurze Haare, die typische weiße Maske, und einen Anzug… obwohl die wenigen noch lebenden Augenzeugen stets behauptet hatten, dass der Maskenträger schwarze Haare und eine Lederjacke trug. Mary wusste, dass es keinen Sinn haben würde zu schreien. Sie spürte das Tuch, dass ihr der Maskenträger um den Kopf gebunden hatte, sodass sie nicht sprechen konnte.

Das Scharren rückte ihrem Ohr langsam näher, und während sie versuchte, andere Geräusche wahrzunehmen, die ihr etwas über ihren Standort verraten konnten, ertönte ein Getöse, dass sie zusammenfahren ließ. „Immer mit der Ruhe“, sagte die Stimme eines Mannes, die so scharrend klang wie das Geräusch hinter ihr, „das ist nur die Straßenbahn.“ Die Straßenbahn?! Dachte Mary. War sie unter der Stadt? Hatte man dort nicht alles stillgelegt und verschlossen? „Degen, überprüf draußen noch mal alles. Wakizashi, du suchst nach Carper. Sag ihm, dass wir sie jetzt haben.“ Eine helle Frauenstimme erklang. „Master, was sollen wir mit ihren Kindern machen?“ „Später, Katana. Ich glaube, dass es für unsere liebe Mary schon hart genug ist, an diesen Stuhl in dieser…“ Sie hörte ein leises Lachen, „…Höhle, wie sie es wahrscheinlich nennen würde, gefangen zu sein.“ Eine Höhle, dachte sie. Hatte sie davon nicht schon mal irgendwo gelesen?

„Tachi, die Bestie hat Hunger. Bereite alles vor, wir werden sie nur noch eben… zubereiten.“ Wieder erklang ein Lachen, dann hörte Mary Fußschritte, die langsam näher kamen. Sie zuckte erneut zusammen, als sie etwas kaltes an ihrem Hals spürte. „Wir haben nur noch ein paar Fragen an sie.“

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