EASE THE WAY – Sina

Featured_artikel_slider_1200x800_sina_portraitIch bin Sinah, 22 Jahre alt, Filmstudentin und lebe seit über einem Jahr in Köln. Aufgewachsen bin ich aber auf dem Lande.

Für Filme und das selber filmen hab ich mich schon immer begeistern können, und irgendwann war für mich klar: das will ich auch weiterhin machen, und mehr davon, und auch beruflich. Nach meinem Abitur hat es mich dann nach Köln gezogen, seit 2014 studiere ich Mediale Künste mit Schwerpunkt Film an der hiesigen Kunsthochschule für Medien. Abgesehen davon gehe ich gerne und oft klettern, lese viel, liebe unterschiedlichste Musik.

Vor etwa zwei Wochen klingelte bei mir das Telefon, und ich wurde gefragt ob ich nicht bei diesem Projekt mitfahren und filmen möchte, mit zwei jungen engagierten Typen, die ich gar nicht kenne, auf eine Route, von der ich bisher nur viel gehört habe. Je mehr ich von dem Projekt erfuhr, desto sicherer wurde ich, dass das keine Chance ist, die ich so einfach würde verstreichen lassen können. Viel Zeit mich zu entscheiden hatte ich nicht- aber so ist es vielleicht einfach mit wichtigen Entscheidungen.

Dieser Roadtrip hat einen ziemlich ernsten Hintergrund. Es ist kein lustiges Abenteuer mit Freunden. Aber ein Abenteuer ist es. Eines, das sich mit einem Thema auseinandersetzen möchte, das unsere Gesellschaft nachhaltig verändern wird.

Wie geht man an eine solche Sache ran? Inwieweit kann man das überhaupt vorher planen? Und was wird einfach passieren, ob wir wollen oder nicht? Wie bewahrt man sich bei alldem noch eine gewisse Übersicht, vor allem in schwierigen Situationen?

Zu der Flüchtlingskrise habe ich mir, wie viele andere, schon oft Gedanken gemacht, dutzende Artikel gelesen, darüber diskutiert. Aber gehandelt habe ich bisher nicht. Ich denke, es wird langsam Zeit, sich die Zeit zu nehmen.

Nicht jeder hat die Gelegenheit, sich die Situation direkt vor Ort anzuschauen, mit den Menschen persönlich zu sprechen, deren Alltag sich grundlegend verändert hat, die mit der Hoffnung auf ein besseres Leben auf dem Weg in die Fremde sind, ohne jede Sicherheit. Mit Flüchtenden, mit Helfern, aber auch mit anderen Menschen aus den Ländern entlang der Balkanroute möchten wir sprechen, ihre Geschichten hören.

Hätte jeder die Gelegenheit dazu, fiele es uns vermutlich leichter, uns in dieser schwierigen Thematik zu positionieren, nicht einfach rauszuhalten. Eins wäre man am Ende auf jeden Fall: informierter, und näher dran. Und vielleicht würde man es schaffen, den vielen Menschen die aus ihrem bisherigen Leben fliehen und sich nun in jeder Hinsicht neu orientieren müssen das Gefühl zu geben: wir sind hier, und wir versuchen, euch zu verstehen. Wir wollen hören, was ihr zu sagen habt. Es ist uns nicht egal, wie eure Zukunft aussieht, und das kann es auch gar nicht sein. Ich denke, das sollte unser Hauptziel auf dieser Reise sein.

Wir stehen in keinem Vergleich zu den tausenden oft ehrenamtlichen Helfern die wir auf unserer Route treffen werden, die täglich unermüdliche Arbeit leisten. Was wir aber können, ist unsere Erfahrung weiterzugeben, zu filmen, uns dafür die Zeit zu nehmen, die den Helfern in den meisten Fällen aus gutem Grund fehlt.

Jannis, Fethullah und ich versuchen euch also an unserer Reise teilhaben zu lassen. Was alles passieren wird, können wir nicht genau wissen, aber darum fahren wir ja los.

Ich bin sehr gespannt.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>