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EASE THE WAY – Idomeni Regen / rain

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Guten Morgen. Es ist bereits Tag 4 in Idomeni und es ist immer noch am Regnen!

Nachdem ich Sinah am Flughafen in Thessaloniki abgesetzt hatte, begab ich mich auf direktem Weg zum Camp. Auf dem Weg dorthin entschloss ich mich, einen kurzen Stop an der EKO-Tankstelle zu machen, an der mehrere mittelgroße Zelte vom UNHCR aufgeschlagen sind und ebenso die Gelegenheit zu nutzen, um zu Tanken. Hier scheinen besonders viele Kinder und Familien zu sein. Beim Hineinfahren beobachte ich mehrere Personen vor den Zelten, bei offenem Feuer, wie sie versuchen ihre Kleidung trocken zu bekommen. Einige Meter weiter vertreiben Jugendliche sich die Zeit mit Fußball spielen. Als ich das Auto an der Seite parke und einige Aufnahmen vom provisorischen Camp neben einer relativ viel befahrenen Landstraße machen will, entdeckten Kinder bereits beim herausholen die Kamera und das Mikrofon. Nach anfänglichen Komunikationsproblemen blicken mich die Kinder mit großen Augen an, als ich in der Not anfing Türkisch zu sprechen. Viele berichten, dass die ein oder zwei Jahre in der Türkei gelebt hatten, in Izmir, Istanbul oder Konya.

x_10357706_1672634306332805_7853100803921875146_oWährend die Mädchen, mit dem Tongerät spielten und sich in regelmäßigen Abständen zu Tode lachten, nahmen die Jungs eher die Videokamera unter die Lupe und machten einige Bilder. Als ich später ins Camp gehen will, wollen die Kinder mich nicht gehen lassen. Wir finden aber ein Kompromiss und vereinbaren, dass ich morgen wieder vorbeischaue.

Nach dem angenehmen sonnigen Tag gestern, gibt es heute wieder, wie auch zwei Tagen vorher starken Regen. Als ich im Camp ankomme, sind die Menschen dabei ihre Zelte zu räumen und große Bagger arbeiten daran den angelieferten Sandgrmisch gleichmäßig über das Feld zu verteilen. Ansonsten laufe ich ziellos über die gesamte Anlage und an den Schienen entlang, um einfach mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, ohne etwas bestimmtes im Kopf zu haben. Mit Norbert Blüm, dem ehemaligen Arbeitsminister, komme ich leider nicht mehr ins Gespräch. Er verbirgt die Nacht von Samstag auf Sonntag aus Solidarität mit den Flüchtlingen und hofft auf eine Besserung der Lage vor Ort.

Die Grenze zu Mazedonien ist übrigens endgültig dicht. Mit anderen Worten: Einige verlassen weiterhin – auch aufgrund der Witterungsbedingungen – freiwillig das Gelände, und suchen die neu errichteten Auffanglager auf, wohin sie mit den Bussen hingefahren werden. Mitterweile sind es bereits ungefähr 1000 Menschen, die das Camp freiwillig verlassen haben.

Als es bereits dunkel ist, schaue ich am Stand von “Solidaritea” vorbei, die wir bereits in Belgrad kennen lernen durften und die nun seit einer Woche in Idomeni (Camp B) täglich von 18:00 bis 02:00 Uhr Tee verteilen. Auf dem Weg zum Zelt hole ich mein Hand aus der Hosentasche, um nach der Uhrzeit zu schauen und bemerke dabei nicht, dass ich einen 50€ Schein verliere. Erst als ein Junge mir den Weg versperrt und mir den Schein entgegenstreckt, begreife ich. Wir holen uns beide einen Tee und unterhalten uns über seinen Aufenthalt in der Türkei. Ich fragte ihn, warum er das Geld nicht unbemerkt eingesteckt hat. Er antwortete, dass er es so gelernt habe und ihn die 50€ mehr oder weniger nicht glücklicher machen würde. Er warte, das endlich die Grenze geöffnet wird und er nach Deutschland könne. Er fragt mich, wie es dort sei – will wissen ob die Sprache einfach zu lernen ist und ob es eine realistische Chance gebe, nach Deutschland zu gelangen. “Angela Merkel”, sagt er, “I love her”.

Ich denke die ganze Nacht darüber nach, ob ich in seiner Situation, auf die selbe Art und Weise gehandelt hätte.

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