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EASE THE WAY – Idomeni (Fethullah)

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ENGLISH BELOW!

Aufgrund der Tatsache, dass scheinbar alle Unterkünfte in Idomeni und der näheren Umgebung bis Ende März völlig ausgebucht sind, befinden wir uns rund 60km außerhalb, in einem kleinen Dorf, wo wir momentan übernachten. Erneut sind wir bei „aiddeliverymission“, die wir bereits auf unserer Hinfahrt unterstützt hatten. Am Ende des Tages sind es mehrere tausend Becher Suppe, die wir direkt am Camp ausgeteilt haben. Wie immer bildet sich bereits wenige Minuten nach unserer Ankunft eine mehrere hundert Meter lange Schlange – jeweils eine für Männer und eine für Frauen & Kinder. Maximal zwei Becher pro Person dürfen ausgehändigt werden, nicht mehr. Jede Person hat ihre bestimmte Aufgabe. Während die Einen anfangen die Becher zu befüllen, sind die sog. „Line-Keeper“ bereits im Einsatz und passen auf, dass sich niemand vordrängelt. Vielleicht vergessen die Menschen für eine Zeit, die Probleme und Sorgen, mit denen sie Tag für Tag konfrontiert sind. Viele sind seit 20 Tagen hier. Sie scheinen sehr froh über die warme Suppe und unsere Gegenwart.
Während meiner Pause ziehe ich mich zurück und werfe ein Blick in das Camp. Ein älterer Herr schaut mich lächelnd an und streckt mir aus seiner Jackentasche eine wasserdichte Kapuze entgegen. Es ist stark am regnen. Ich solle sie aufsetzten sagt er. Ich schaue verwirrt, weil er selbst keine besitzt, und lehne mit einem netten aber bestimmten „No“ und einem Kopfschütteln ab. Einige Menschen haben bereits einige Tage zuvor aufgrund des stark regnerischen Wetters freiwillig die umliegenden Militärcamps aufgesucht, in denen sie eigentlich ungerne bleiben wollen. Denn, aufgrund der sich fast täglich ändernden politischen Situation, besteht eine gewisse Angst in die Türkei abgeschoben zu werden. Das Camp droht außerdem in absehbarer Zukunft aufgelöst zu werden.
Später kommt ein junger Mann in meinem Alter zu mir. Er fragt was ich hier mache und woher ich komme. Wir unterhalten uns lange. Er erzählt mir seine Geschichte. Ich erfahre, dass er zwei Jahre in Istanbul in Gaziosmanpaşa lebte und zuvor in seinem Café in Syrien arbeitete. Nur ein Jahr nach der Fertigstellung brach der Bürgerkrieg aus, berichtet er mir in einem fließenden Türkisch. „Nun bin ich hier“, fügt er lächelnd hinzu. Ob und wann die Grenze wieder geöffnet werde, will er wissen. Ich habe darauf keine Antwort. Ich weiß es nicht.

Due to the fact that apparently all accommodation around Idomeni is booked out until the end of March we’re in a hostel 60km away right now. We’re back with “aiddeliverymission” which we supported on our way to Athens already. At the end of the day we have distributed several thousand coups of soup directly in the camp. Like last time a queue that is hundreds of meters long forms within minutes of our arrival. One respectively for man and women/children. A maximum of two cups per person are handed out. Each person has their particular job. While some start filling up cups the so-called “line-keepers” are already busy making sure that nobody skips the line.
Perhaps the people if only for a moment forget the problems and worries they have to cope with day in day out. Some have been here for 20 days. They seem to be happy about the soup and our presence. During my break I retire and take a look at the camp. An older man smiles at me and offers me a waterproof hood from the pocket of his jacket. It rains heavily. I should put it on, he say. I glare in a mildly confused fashion. The man doesn’t wear one himself after all. I refuse firmly. Some people have already taken shelter at the military camps around despite the fact that most are quite anxious to maintain the illusion of freedom. Due to the radically and daily changing political situation there is a wide-spread believe that deportation back to Turkey might await those who put themselves under direct state control. The camp is at risk of being dissolved in the foreseeable future anyway.
Later a young man my age approaches me. He asks me what I’m doing here and where I’m from. We talk extensively. He tells me his story. I learn that he lived in Gaziosmanpaşa, Istanbul for two years after having had to leave his café in Syria behind only one year after is completion, he tells me in fluent Turkish. “Now I’m here”, he adds smilingly. If and when the border was to be re-opened, he wants to know. I cannot give him an answer. I don’t know.

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