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EASE THE WAY – Athen II

Otto's_entry_in_Athens

ENGLISH BELOW!
The photography is based on a painting of Peter von Hess (1792–1871) – The entry of King Otto of Greece in Athens and his reception in front of the Thiseion temple, in 1833. – Oil on canvas – 250 x 415 cm – Neue Pinakothek, München

Guten Abend,
 unser zweiter Tag in Athen geht dem Ende zu. Wir haben ihn damit verbracht, weitere Orte aufzusuchen, an denen Einheimische Projekte oder Aktionen für und mit Flüchtlingen auf die Beine stellen. 
Unter anderem haben wir ein besetztes Haus besucht, in dem derzeit ca. 120 Flüchtlinge zusammen leben. Bevor die Grenzen geschlossen wurden, waren die meisten Bewohner nur auf der Durchreise. Aber seit es für immer mehr Menschen kein Vor und kein Zurück mehr gibt, wohnen die Geflüchteten permanent in dem alten Gebäude im alternativen Athener Stadtteil Exarchia. Mit einem von ihnen, dessen Namen wir hier nicht nennen können, haben wir uns das Haus angesehen und einen ausführlichen Einblick in die Art und Weise bekommen, wie das ganze Projekt funktioniert. 
Die Bewohner arbeiten mit den Initiatoren des Hausprojektes zusammen. Sie kochen, putzen, organisieren, nehmen Spenden entgegen und teilen zum Beispiel auch Kleidung an Flüchtlinge aus, die nicht das Glück haben ein Dach über dem Kopf zu haben – zum Beispiel vom Victoria Platz, über den wir gestern berichtet haben. Alles scheint ein bisschen chaotisch, ist aber erstaunlich gut organisiert, trotz so einer Vielzahl an Menschen auf relativ kleinem Raum. Alles läuft über Spenden, eine Förderung von Seiten des Staates oder öffentlichen Organisationen gibt es nicht. Und es scheint gut zu klappen. Es gibt freiwillige Helfer, die sich für Schichten in dem Haus eintragen. Die Arbeit teilen die Bewohner unter sich auf. Es wird gemeinsam gekocht und gegessen. In großen Lagerräumen finden sich Lebensmittel, Haushaltswaren, Kleidung und was noch so gebraucht wird. Auf einer Liste im Eingang steht geschrieben, was dem Haus zurzeit fehlt- heute waren das unter anderem Säfte, Obst / Gemüse und Zucker. Mit einem Teil der gesammelten Spenden haben wir in der Stadt einige dieser Dinge besorgen und dort abgeben können. 
Es gibt strenge Regeln von Seiten der Verantwortlichen des Hauses bezüglich Presse, Film- und Fotoaufnahmen. Derartige Projekte müssen von einer demokratischen Vollversammlung genehmigt werden, die nur einmal wöchentlich stattfindet. Aufnahmen können wir euch deshalb keine zeigen. 
In einem Kino der Stadt werden zu bestimmten Zeitpunkten Filme vorgeführt, die von den Athenern gegen Spenden für Flüchtlinge “kostenlos” angeschaut werden können. Das Kino haben wir heute auch besucht. Die Sachspenden im Flur des Kinos sprachen schon für sich- das Angebot scheint sehr gut anzukommen. Einer ausführlicheren Konversation mit den Leuten vom Kino stand leider die Sprachbarriere im Weg. Wir finden die kreative Idee super und sind froh dass sie zu funktionieren scheint.
Wir werden uns bemühen unsere Eindrücke morgen auch wieder ausführlicher visuell unterlegen zu können.

Good evening,
our second day in Athens is nearly over. We spent today visiting more projects of locals working for and with refugees.
For example we went to an occupied house currently inhabited by ca 120 refugees. Before the nye complete closure of the border people lived here for only a few days resting before going on towards the Balkan. Now, as crossing into Macedonia and further north has become nearly impossible people stay in the old building in Athens’ alternative neighbourhood Exarchia on a long term basis. We were showed around in the building by a friendly Moroccan guy whose name we cannot disclose here and got a pretty good idea about how things work over there. 
The inhabitants cooperate with the project’s iniciators. They cook, clean, organize, receive donations and hand clothes out to less “fortunate” people who haven’t got a roof over their heads, like those on Victoria Square we wrote about yesterday. Everything seems a little chaotic but is infact surprisingly well organized, despite the relatively high amount of people living closely together under the same roof. Everything is run with donations. There is no support by the state or public organizations. Sill it seems to work ok. Volunteers can put their names up or shifts in the house. Most work is split up amongst the refugees themselves. People are cooking and eating together. Food, household material, clothes and other things that are needed can be found in big storage rooms. A list near the front door informs about what is currently needed – today amongst other things juice, fruits and vegetables and sugar which we could supply with the donations from Germany.
There are strict rules regarding taking video footage and photos and taking interviews. Such projects must be agreed upon by a democratic full assembly which comes together once a week. Accordingly we don’t have any material other than our experiences to share with you.
Another project we took a look at is a local cinema that shows a Greek movie for free if you donate something for refugees. The donations in the entrance area spoke for themselves. It seems to be quite a success. A deeper conversation with people from the cinema failed due to language problems. Still we think it’s a great creative idea and are happy about every contribution made to help.
We do our best to get some visual support of our experiences again for you guys tomorrow.

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