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Der Meister und Margarita

Woran glaubst du?

Woran glaubst du?

Mit dieser Zentralen Frage beschäftigen sich momentan die Zuschauer des Schauspielhauses in Dortmund. Seit dem 16. März wird im Schauspielhaus das Werk “Der Meister und Margarita” von Michail Bulgakow aufgeführt.

Begleitet wird das ganze Geschehen von der New Yorker Band Botanica, die durch ihren exzentrischen Modestil stark an die Rocky Horror Picture Show erinnern. Von düsteren Rockballaden bis hin zum Punk, wird hier den Ohren der Zuschauer doch so einiges Geboten. Das gibt der Aufführung eine gewisse Atmosphäre, die ein bisschen an New Yorker Underground-Bars erinnert.

Der Aufwand und das Bühnenbild sind wirklich enorm. Überall auf der Bühne passiert etwas und man erwischt sich oft dabei, dass der Mund weit offen steht. Auf der Bühne befindet sich ein großer Kubus, der nach Bedarf auf der Drehbühne rotiert. Mal entstehen in, vor und auf ihm Spielräume, mal sind die Räume von Leinwänden verhängt, die Platz für Bildprojektionen bieten. Über dem Würfel prangern groß die Worte “Gott”, “Love”, “Money” und “Zweifel”, welche auch im Wechselspiel immer eine wichtige Rolle in der Story spielen.

Die Story ist für Zuschauer, die den Roman vorher nie gelesen haben jedoch anfangs schwer nachzuvollziehen. Zu beginn haben wir da die beiden überzeugten Atheisten Literaturkritiker Berlioz und der Literat Besdomny. Ersterer hat jedoch nicht viel Zeit, seine Thesen zu verbreiten, denn er stirbt einen Tod, dem ihn der Professor Voland vorhergesagt hatte. Besdomny hält ihn seitdem für den Teufel, beschließt ihn zu jagen und landet in einer psychiatrischen Anstalt, in welcher er wiederum auf den Meister trifft, einen Schriftsteller, der über seinen Roman wahnsinnig wurde. Ab hier entwickelt sich ein Spiel um den Glauben, die Liebe und den Tod. In der Suche nach der Wahrheit, in welcher Margarita, die Geliebte des Meisters, in die Fänge des Teufels gerät, verschwimmen die Grenzen der Realität. Der Versuch, wieder zusammen glücklich zu werden, wird zur Irrfahrt durch die Hölle.

Am Ende wird jedoch nicht jede Frage beantwortet. Die Inszenierung hinterlässt ein bedrückendes und nachdenkliches Gefühl. Nach der Pause ist das Auditorium leider weniger gefüllt, als noch zuvor. Ist es für manche zu viel Blut? Oder sind es doch die schrille Musik und die stellenweise lauten Effekte? Verdient hat es die Aufführung jedenfalls nicht, sie ist wirklich empfehlenswert. Nur wer sich auf die Geschichte voll und ganz einlässt sollte wissen, dass er sich auf einen Tanz mit dem Teufel einlässt.

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