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Auf Reisen

Sowas wie ein Roadtrip.

Ich weiß gar nicht mehr, wie wir auf diese Idee gekommen sind, aber irgendwie stand Anfang des Jahres dann fest, dass wir zusammen die Welt erkunden wollen, meine Cousine Stina und ich. Also, zumindest den deutschen Teil davon. Einen klitzekleinen Teil. Eigentlich nur ziemlich wenig, aber Hauptsache Abenteuer und Urlaub. Die Bahn hatte auch dieses Jahr wieder den Deutschland.Pass rausgegeben, das heißt man kauft für 109€ (leider nur bis einschließlich 18 Jahre) eine Fahrkarte, mit der man dann einen Monat lang in ganz Deutschland so viel Zug fahren kann wie man will – sogar ICE. Im Gegensatz zu letztem Jahr war diesmal auch noch Österreich und die Schweiz für jeweils zwei Tage inbegriffen, deshalb nahmen wir uns vor, auf jeden Fall wenigstens eines dieser beiden Länder zu besuchen.
Das Ticket hatten wir uns frühzeitig gekauft und auch für große Rucksäcke hatten wir gesorgt, sonst war jedoch wirklich gar nichts geplant, außer dass wir eine Nacht in Österreich verbringen wollten, da dies billiger erschien als die Schweiz. Auf der Fahrt habe ich dann immer ein kleines Notizbüchlein dabei gehabt, das ich sozusagen als Tagebuch benutzt habe. Hier die Aufzeichnungen 🙂

28. Juli 2013
Vorbereitungen. Einmal das Zelt zur Probe aufgebaut, ganz einfach, kennen wir von Festivals. Alles ist ziemlich unorganisiert. Morgen früh geht’s los, es ist noch nichts gepackt und wir wissen nicht, wo wir die nächsten Nächte verbringen werden. Irgendwo im Süden. Naja, wird schon irgendwie…
Packliste:

  • Schlafsack, Isomatte, Zelt
  • Taschenmesser, Taschenlampe
  • Kleidung, 2. Paar Schuhe, Regenjacke
  • Handy, Personalausweis, Geld
  • Fotoapparat
  • Landkarte!
  • Sonnencreme, Mückenspray
  • ESSEN

29. Juli
Stuttgart. Die Nacht verbringen wir bei einer Verwandten von Stina. Die Stadt ist schön, allerdings viel im Umbau am alten Schloss und wir sind tatsächlich in eine Stuttgart 21-Demo gekommen. Der jetzige Bahnhof ist übrigens noch wirklich nett und der Umbau anscheinend nur Geldrausschmiss.

30. Juli
In Salzburg auf dem Campingplatz. Nach einer Ewigkeit haben wir den sogar gefunden – und es hat erst angefangen zu regnen, als wir das Zelt schon aufgebaut hatten. Sehr netter Nachbar, über dessen Zeltschnüre ich gerade schon mehrmals gestolpert bin. Ich sollte mich morgen im Hellen wohl mal entschuldigen. Salzburg an sich ist wunderschön, vor allem wenn man Schotter hat. Nach zwei Stunden Suchen haben wir tatsächlich eine Dönerbude gefunden, oh Wunder. Weitere Fundstücke: Schwedischer Süßigkeitenladen, eine Musik-Bäckerei, ein Laden mit allerlei andersartiger Deko und Mozartkugeln überall. Und die Menschen kann man sogar (manchmal) verstehen.

31. Juli
Im Zug nach München. Noch wissen wir nicht, wo wir heute Nacht schlafen. Mulmiges Gefühl. Nochmal zelten wäre eigentlich ganz cool, sonst haben wir das Ding ja fast umsonst mitgeschleppt! Zur Not müssen wir einfach auf einem Feld oder im Bahnhof übernachten. Oder wir fahren mitten in der Nacht noch weiter bis nach Frankfurt zu unserem Onkel. Wird schon…

Immer noch 31. Juli
Campingplatz AktivMühle auf einer kleinen Insel im Altmühltal (immer noch in Bayern (glaube ich zumindest)). Am Münchener Hauptbahnhof haben wir schon alles geklärt gehabt – hoch lebe das Zeitalter des internetfähigen Smartphones! Wirklich sehr schön hier – minus bayerischer Schlagerkapelle und dazu tanzenden Mückenschwärmen. Ansonsten tatsächlich Idylle pur, so muss campen sein!

01.  August
Schade, dass die Kanus so teuer sind, sonst wären wir noch geblieben! Das Dorf ist winzig, aber im 3qm Laden bekommt man trotzdem alles. Es gibt sogar ein örtliches Museum. Nur die stündlich fahrenden Züge haben es hier genauso wenig mit Pünklichkeit. Nur dass man in so einem bayerischen Winzdorf nicht mal eben noch shoppen gehen kann, um eine halbe Stunde Verspätung zu überbrücken. Wie gut, dass ich nicht allein auf Reisen bin, sondern meine äußerst unterhaltsame Cousine dabei habe.

02. August
Wieder in Dortmund. Eine kurze, aber schöne Reise.
Am Montag geht es weiter, wohin genau steht noch nicht fest, nur dass wir hoch in den Norden zum Meer wollen!

05. August
Im Zug nach Hamburg. Es geht zur Ostsee! Nach einigen Schwierigkeiten und der Frage, ob wir überhaupt fahren, sind wir nun wieder unterwegs – diesmal ohne Zelt und mit deutlich weniger Gepäck. (Und mit GameBoy, Volleyball und Kartenspiel im Rucksack!)

06. August
Jugendherberge in Eckernförde. Wir haben ein Vierbettzimmer zu zweit, irgendwie cool, aber auch enttäuschend, es wäre lustig gewesen mit neuen Leuten. Den Abend haben wir am Strand verbracht, angenehm hohe Wellen, genau richtig zum Schwimmen. In der Bucht hier liegen in einiger Entfernung Militärschiffe und ganz am Ende kann man die Kaserne sehen, von der wir am Strand auch schon zwei Marinesoldaten kennengelernt haben. Außerdem durften wir eine lange Karawane von LKWs durch den Ort fahren sehen, beladen mit riesigen Fragmenten eines Windturms.

07. August
Das Ende ist nah, wir sitzen im Zug nach Kiel, wo wir umsteigen müssen in einen IC nach Dortmund. Die ganze Fahrt dauert nur vier Stunden! Im Vergleich: Mit dem Auto braucht man ungefähr sechs Stunden. Die letzte Nacht in der Jugendherberge war angenehm, abends haben wir noch so etwas wie ein Seesternparadies zwischen ein paar Felsen im Meer entdeckt – bei 30 haben wir aufgehört zu zählen. Dummerweise war es schon zu dunkel für die Kamera und heute waren die Seesterne allesamt unauffindbar. Dafür haben wir jede Menge Quallen beobachten können, gruselig und voller Eleganz…

08. August
Die Reise ist nun endgültig vorbei. Schön war’s. Und zusammengerechnet hatten unsere Züge auch nur ungefähr vier bis fünf Stunden Verspätung. Naja, wir hatten es ja nie eilig.
Fazit unserer Rucksackreise: Nicht zu viel einpacken. Absprechen. Man braucht keine zwei Trockentücher und auch keine drei Paar Schuhe pro Person. Das tut dem Rücken nicht gut. Zusätzlich darf aber noch ein persönlicher Masseur eingepackt werden, das tut dem Rücken nämlich gut.

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