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Alfred Nobel und sein letzter Wille

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 180 Jahre Alfred Nobel!

Als Erfinder des Dynamits und Inhaber von 355 Patenten ist nicht nur er selbst eine weltberühmte Legende, sondern auch der gleichnamige Preis, dessen Stifter er ist.

Der Nobelpreis gilt als bedeutendster und renommiertester Preis in Gesellschaft und Wissenschaft. Alljährlich wird er im Oktober in den Kategorien Physik, Chemie, Medizin, Frieden, Wirtschaftswissenschaften und schließlich Literatur vergeben! Und mit einem Blick auf den Kalender wird schlagartig klar: In wenigen Tagen werden die Preisträger für das Jahr 2013 in Nobels Heimatland Schweden bekannt gegeben.

Während schon Wochen zuvor feststand, an welchen Tagen welcher Preis verliehen wird, birgt der Literaturnobelpreis jedes Jahr genau dieses Geheimnis und die ganze Welt fragt sich “Wann ist es soweit?”.

Doch damit die Spannung nicht aufs Unermesslich steigt (soweit kommt’s ja noch!) präsentiert sich auf der offiziellen Internetseite www.nobelprize.org der Countdown, der anzeigt in wie vielen Tagen der Termin und mit ihm der oder die Preisträger/in frühstens bekanntgegeben werden. Also, wenn das mal keine Erleichterung ist!

Seit 1901 sind es nun 109 Preisträger, unter ihnen stolze 12 Frauen, die sich über die Ehrung in der Kategorie Literatur freuen dürfen. Darunter auch deutsche Größen wie Theodor Mommsen (1902), Thomas Mann (1929), Günter Grass (1999) und Herta Müller (2009), aber auch Nelly Sachs, die als sechste Frau im Jahre 1966 zusammen mit dem Schriftsteller Samuel Agnon den Preis “für ihre hervorragenden lyrischen und dramatischen Werke, die das Schicksal Israels mit ergreifender Deutlichkeit interpretieren” verliehen bekommen hat.

Doch wie immer – wer rechnen kann ist klar im Vorteil – wurde nicht jedes Jahr ein Preisträger gekürt. Schon sieben Mal (1914, 1918, 1935, 1940, 1941, 1942, 1943) wurde der Literaturnobelpreis nicht vergeben. Grund dafür waren entweder politische Ereignisse, welche man durch die Aussetzung der Verleihung verurteilte, oder wenn einfach niemand gefunden wurde, der den Statuten der “Nobel Foundation” gerecht wurde.

Aber kommen wir zu der wichtigsten aller Fragen: Wieso?
Ganz einfach, der gute Alfred wollte es so. Punkt.

Am 27. November 1895 unterschrieb der Wissenschaftler sein Testament, welches seinen letzten Willen festhielt. Etwa ein Jahr später starb Nobel im Alter von 63 Jahren im italienischen San Remo und die postmortalen Verhandlungen über Erbe und Nachlass kamen ins Rollen.

Erst vier Jahre später, am 29. Juni 1900, genehmigte die schwedische Regierung die Gründungsstatuten und übergab die Verwaltung des Fonds in die Hände der heutigen Stiftungsleitung. Ein Jahr später wurden die ersten Nobelpreise verliehen. Darunter auch an den Franzosen Sully Prudhhomme in der Kategorie Literatur.

Doch der Weg vom Kandidaten zum Preisträger ist bei Weitem kein einfacher. Im September des Vorjahres werden 600-700 Einladungsbriefe vom Nobel Komitee an die Personen verschickt, die die Qualifikationen für die Nominierung für den Literaturnobelpreis erfüllen. Am 31. Januar ist Einreichschluss für alle Qualifizierten. Dann beginnt die eigentliche Auswahl. Von April bis Mai werden die Kandidaten gründlich unter die Lupe genommen, am Ende stehen fünf Kandidaten fest, deren Werke und individuelle Berichte von Außenstehenden und ehemaligen Nobelpreisträgern nun durch die Mitglieder der Akademie in Stockholm gesichtet werden. Anschließend beginnt die Diskussion. Im Oktober steht der neue Preisträger fest.

Die ganz Welt schaut nun auf das skandinavische Land im hohen Norden und fragt sich, wer den Preis sein Eigen nennen kann. Wird es vielleicht wieder ein Europäer?

Die Frage ist angesichts der hohen Rate europäischer Preisträger/innen berechtigt und mit ihr einhergeht die Kritik an die immer noch aus ausschließlich skandinavischen, und somit europäischen, Mitgliedern bestehende Jury. Ihr wird vorgeworfen speziell die Literatur aus Nordamerika zu vernachlässigen, oder gar schlichtweg zu übersehen. Aber gerade in Rückblick auf die vergangenen Jahre kann man feststellen, dass es nicht an Internationalität mangelt

2012 wurde Mo Yan, wie der Name verlauten lässt, aus China, gekürt, und auch Schriftsteller aus Peru und Südafrika waren unter den Geehrten der letzten Jahre.

Und so heißt es nun für die Welt: Atem anhalten, Nachrichten verfolgen und sehen welcher Staatsbürgerschaft der diesjährige Literaturnobelpreisträger angehört.

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