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„Das Leben gehört uns“ – im Krieg gegen den Krebs

Der französische Originaltitel des Filmes lautet „Der Krieg ist erklärt“. Der Krieg gegen den Krebs. Ein etwa zehn Zentimeter großer Hirntumor wird im Kopf des zwei Jahre alten Adams festgestellt – doch Aufgeben kommt für die Eltern Juilette (Valérie Donzelli)  und Romeo (Jeremie Elkaim) nicht infrage. Und so erzählt der Film die Geschichte eines jungen Paares, dass nicht trauert sondern mit aller Kraft  um ihren Sohn und ihre Beziehung kämpfen möchte. Jeder Funke Stärke und die Hilfe von Familie und Freunden zählen.

 

 

 

Schnell geschnitten, in bunten Bonbonfarben und unterlegt mit passender Musik, gewinnt der Film einen einzigartigen, vitalen Schwung – und der Zuschauer verspürt trotz des Unglücks die Zuneigung und Liebe des Pärchens.

Gerade diese Beziehung zwischen Handlung und Musikauswahl macht den Film gefühlsintensiver und geht dem Zuschauer unter die Haut. Und wer freut sich nicht über Filme, in denen er intuitiv mitfühlt, vielleicht ohne es zu wollen? Die Mischung aus vorwärts treibender Musik und den typisch französischen Chansons spiegelt eine der wichtigsten Filmaussagen wieder: Kampfgeist. Das Schauspielerpaar kennt ihn wohl am besten, denn im wirklichen Leben sind sie Eltern eines vormals an Krebs erkrankten und dann geheilten Kindes.

So sagte Valérie Donzelli:

„Man muss zwischen unseren Erfahrungen und dem Film unterscheiden. Wir wollten vor allem Kino machen, junge Eltern zeigen, die den Kampf aufnehmen, sich das Leben einfach nicht versauen lassen. Das hat viel mit Action zu tun. Sie rennen viel und brennen vor Energie.“

Mal sind sie auf einem bunten, glitzernden Karussell, mal in den kalten grauen Wänden bei ihrem Sohn im Krankenhaus, mal klingen leise, blumige Worte durch die Ohrmuschel und mal brüllen sie ihren Frust in den Wind. Gerade deshalb hebt sich Valérie Donzellis Film „Das Leben gehört uns“ von den anderen tausend sich ähnelnden Krebs- und Sterbefilmen ab und ist somit keine Geschichte mit sentimentalem Kitsch, sondern ein echt bewegender Film.

Überzeugt euch selbst und seht, dass man ihn zu den anderen empfehlenswerten, französischen Werken wie „Die fabelhafte Welt der Amélie“ stellen kann.

 

Originaltitel: La guerre est déclarée

Genre: Drama

Filmstart war der 26.4.2012, gesehen im Mai/Juni 2012 in der Schauburg in Dortmund

 

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